Mit steigendem Alter wurde das Raubtier immer bequemer. Zum Ende der zweiten Serie gab es den 2+2, ein Coupé mit Notsitzen, dessen leicht verlängerter Radstand mit einem erhöhten und verlängerten Dach die Mitnahme von leichtem Gepäck erlaubte. Ab dieser zweiten Serie (1968 – 1971) wurde es – aufgrund der amerikanischen Kundschaft – immer komfortabler im E-Type. Schreckliche Dinge wie ein Automatikgetriebe, Servolenkung und sogar eine Klimaanlage ließen den Roadsterfreund erschaudern.
Ab 1971 implantierte man der Katze aus Coventry einen 5,4 Liter großen V-Zwölfzylinder aus der Limousine. Diese dritte Serie wurde bis Ende 1974 gebaut, zuletzt nur noch als Roadster. Doch so sehr die üppige Motorisierung das Ansehen der lebenden Legende Jaguar E-Type noch einmal hob – der V12 war irgendwie amerikanisch verweichlicht und hatte das knorrige Briten-Roadster Gefühl verloren. 72.500 E-Types wurden bis 1974 gebaut.
In der guten alten Zeit, als Autos noch Autos waren kostete der Schönling als Coupe 1.954 Pfund Sterling. Nach damaligem Wechselkurs wären das kaum mehr als 22.000 DM oder 11.250 Euro. Der Roadster war gar für 1.830 Pfund zu haben. Das war etwa halb soviel, wie vergleichbare Sportwagen deutscher oder italienischer Herkunft damals kosteten. Heute sind die Cabrios teurer als die Coupés.
Text + Fotos: Gerd A. Schaefer