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Volvo rettete Millionen

Drei-Punkt-Sicherheitsgurt: Volvo rettete Millionen

Der Lebensretter Nummer eins im Straßenverkehr, der Drei-Punkt-Sicherheitsgurt feiert 50jähriges Jubiläum – entwickelt wurde er von Volvo.

Es kann so einfach sein, ein Leben zu retten: greifen, ziehen – klick! Wer angegurtet ist, erhöht seine Überlebenschance im Crashfall um 50 Prozent. Der Drei-Punkt-Sicherheitsgurt ist und bleibt die wichtigste Sicherheitsausrüstung im Auto. Bei konsequenterer Nutzung könnten noch mehr Leben gerettet werden.

Ausschlaggebend für die Wirkung des Drei-Punkt-Gurtes ist der Umstand, dass dieser den Passagier in seinem Sitz fixiert. 75 Prozent der Personen, die bei einem Unfall aus dem Fahrzeug geschleudert werden, überleben nicht. Insgesamt reduziert der Gurt das Risiko schwerer oder tödlicher Verletzungen bei Verkehrsunfällen um rund 50 Prozent.

In der zweiten Hälfte der Fünfzigerjahre hatte Volvo verschiedene Lösungen entwickelt, um Fahrzeuginsassen bei einem Aufprall zu schützen und die Schwere von Verletzungen zu begrenzen. So entstanden die verformbare Sicherheitslenksäule, gepolsterte Armaturentafeln und Befestigungspunkte für diagonale Zwei-Punkt-Gurte an den Vordersitzen. Bereits 1957 rüstete Volvo seine Modelle mit standardmäßigen Verankerungen für den Zweipunkt-Diagonalgurt aus, der allerdings nicht das gewünschte Sicherheitspotenzial bot.

1959 wurde der patentierte Drei-Punkt-Gurt in den Volvo Modellen Amazon (120) und PV 544 - dem Buckel - in den nordeuropäischen Märkten eingeführt. Volvo war damit der erste Automobilhersteller weltweit, der seine Modelle mit diesem wegweisenden Sicherheitstandard serienmäßig ausrüstete. Wegen der relativ geringen Schutzwirkung des Zwei-Punkt-Gurtes und der Tatsache, dass die Handhabung als umständlich galt, begegneten die Kunden auch dem Volvo Drei-Punkt-System zunächst mit einer gewissen Skepsis – trotz der leichten Bedienung, des hohen Tragekomforts und der hohen Schutzwirkung. Jedoch wurde klar, wie wichtig die Innovation für den Insassenschutz ist. Entsprechend bedienten sich im Zuge alle Hersteller dieser Entwicklung.

Wie viele Leben der Drei-Punkt-Gurt seit den Sechzigerjahren gerettet hat, ist nicht exakt zu benennen, weil dazu keine weltweit koordinierten Statistiken geführt werden. Schätzungen gehen jedoch von über einer Million Menschenleben aus. Hinzu kommt, dass sehr häufig schwere Verletzungen verhindert wurden.

Der Drei-Punkt-Sicherheitsgurt ist auch nach fünfzig Jahren zentrales Element der Fahrzeugsicherheit. Zwar ist die Basiskonstruktion des Drei-Punkt-Sicherheitsgurtes in den letzten 50 Jahren gleich geblieben – allerdings mit dem Unterschied, dass er heute Teil eines Hightech-Sicherheitssystems ist, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Der Trägheits-Spannmechanismus, der das Tragen komfortabler und flexibler machte, wurde 1969 zum Standard und ist bis heute die wichtigste Neuerung, die man von außen erkennen kann. Allerdings gab es auch unsichtbare Veränderungen, denn Volvo trieb die Optimierung des Sicherheitsgurtes kontinuierlich voran, damit dieser mit den großen Fortschritten anderer Sicherheitstechnologien Schritt halten kann. Ein Beispiel ist der Gurtstraffer. Erfolgt vom Crashsensor ein entsprechendes Signal, hält er den Körper des Insassen durch Anziehen des Sicherheitsgurts in der optimalen Position.