Auto-Lackierungen: Exterieur wird wieder bunter

Obwohl der Auto-Alltag zurzeit eher grau ist, werden die Fahrzeuge wieder bunter. Zumindest ein bisschen. Zwar gaben die Neuwagenkäufer in Deutschland auch in 2018 den Klassikern Grau beziehungsweise Silber sowie Schwarz und Weiß bei der Auto-Lackierung wieder überwiegend den Vorzug, doch laut der Jahresstatistik des VDA (Verband der Automobilindustrie) legen Blau und Rot bei der Farbauswahl zu.


 

 

Die Wagenfarben Rot und Blau sind im letzten Jahr etwas beliebter geworden, können aber die Klassiker nicht gefährden

Während Motor und Pferdestärken eher zu den Hardfacts zählen, gehören Design und Wagenfarbe zu den Softskills, zu den stark emotionalen Kauffaktoren. Und gerade bei der Lackierung darf man nicht in einfaches Schwarz-Weiß-Denken verfallen, sondern muss in hohem Maße die Grautöne beachten. Denn dem VDA zufolge wurden in 2018 mehr als 75 Prozent aller hierzulande gekauften Neuwagen in den Farben Grau/Silber, Schwarz und Weiß ausgeliefert.

Trotzdem ist so etwas wie ein Silberstreif am Zulassungshorizont zu sehen, weil gleichzeitig das Exterieur in Blau und Rot wieder ein wenig an Attraktivität gewonnen hat. Immerhin stieg der Anteil der beiden Außenfarben von zusammen 16,8 Prozent auf 17,7 Prozent. Damit wurde der Automobilmarkt 2018 zumindest ein kleines bisschen bunter. Aber der Reihe nach:

Grau beziehungsweise Silber bleibt auch 2018 unangefochten die häufigste Autofarbe. 29,5 Prozent aller Neuwagen werden in einem der zahlreichen Grau- und Silbertöne lackiert. Das ist ein Prozentpunkt mehr als 2017. Allerdings hat die Farbe ihren Höhepunkt in der Käufergunst offenbar hinter sich:  Im Jahr 2004 waren fast die Hälfte aller Neuwagen silbern oder grau.

Auf Platz 2 bleibt Schwarz mit einem Anteil von 24,7 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es noch 25,6 Prozent. Schwarz wurde im Gegensatz zu Grau/Silber in den vergangenen 20 Jahren relativ gleichmäßig nachgefragt. Der Spitzenwert lag 2008 bei rund 30 Prozent. Jedes fünfte neue Auto kommt in Weiß zu seinem Käufer (20,9 Prozent). Weiß ist die Aufsteigerfarbe der vergangenen 15 Jahre. 2003 waren nur 2,4 Prozent der Neuwagen weiß.

Freilich spielen bei der Farbwahl nicht nur persönliche Vorlieben, sondern auch rationale Überlegungen eine Rolle. Vor allem der erwartete Wiederkaufswert fällt stark ins Gewicht. Gängige Lackierungen erhöhen tendenziell die Verkaufschancen für Gebrauchte. Es lassen sich folglich höhere Preise erzielen, weil die Nachfrage nach bekannten Farben stärker ist.

Blau wird nach Grau, Schwarz und Weiß am vierthäufigsten nachgefragt. Der Anteil dieser Farbe liegt bei 10,5 Prozent – etwas mehr als 2017. Das ist allerdings deutlich weniger als Ende der 1990er Jahre. Damals war jeder vierte Neuwagen blau. Nach Blau folgt Rot auf Platz 5 mit 7,2 Prozent. Das ist ein halber Prozentpunkt mehr als im vergangenen Jahr. Aber auch Rot war vor 20 Jahren deutlich beliebter. 1998 waren es knapp 14 Prozent. 

Weitere Farben spielen nur eine sehr untergeordnete Rolle. In Gelb, Orange und Grün wurde jeweils nur rund ein Prozent der Modelle lackiert. Braun lag zu Anfang dieses Jahrzehnts mit bis zu sieben Prozent kurze Zeit stark im Trend. Das ist vorbei, inzwischen liegt ihr Anteil bei zwei Prozent.

Die Auswertungen des VDA erfolgten auf Basis aktueller Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), berücksichtigt sind alle Pkw-Neuzulassungen in Deutschland bis November 2018.

Quelle: VDA, Foto: AdobeStock