Carlos Sainz gewinnt DAKAR 2010


"Don" Carlos Sainz siegt bei der Rallye Dakar 2010 im VW Touareg

Carlos Sainz bei der Arbeit.(Foto:VW)

Die zweite südamerikanische Auflage der sonst in Afrika stattfindenden Rallye Dakar ging mit einer grossen Siegesfeier zu Ende.

Alle Fahrer und Teams der 88 Motorräder, 14 Quads, 57 Autos und 28 Trucks nahmen mit Begeisterung, einige auch mit Erlösung, teil.

Bei den Bikern feierte Cyril Despres seinen dritten Erfolg, während sich der Argentinier Marcos Patronelli in der Kategorie Quad durchsetzte. Bei den Autos sicherte sich Carlos Sainz nach einem spannenden Duell mit Nasser Al Attiyah mit hauchdünnem Vorsprung den Titel. Für Vladimir Chagin, der bei der Rallye alle Rekorde brach, war das Rennen weniger aufreibend: Mit seinem sechsten Titelgewinn in der Kategorie Trucks zog er mit Karel Loprais gleich.

Der "Matador" hat wieder zugeschlagen.(Foto:VW)

Vier Jahre nach seinem Einzug in der Welt des Raid-Rallyes gelang es Carlos Sainz, die Dakar über die ganze Länge zu zähmen. Der hartnäckige Spanier mobilisierte sein Talent und schaffte es, die Ressourcen seines Touareg voll auszuschöpfen, um sich gegen den Rest des Felds durchzusetzen. Er zeigte vor allem eine Kaltblütigkeit, die ihm in der Vergangenheit gelegentlich gefehlt hatte, insbesondere bei der Auflage 2009, wo ihn ein Abgang von der Piste kurz vor Ende der Rallye den Sieg kostete. In diesem Jahr brillierte der „Matador“ in einem unerbittlichen, brutalen Zweikampf mit Markenkollegen Nasser Al Attiyah. Seit der Katarer zum Team Volkswagen gekommen ist, hatte Sainz bereits zweimal – bei der Rally dos Sertoes und bei der Silk Way Rally – angesichts fataler Fehler seines Rivalen das letzte Wort. Es galt noch bei der Dakar unter Beweis zu stellen, dass er der unangefochtene Herrscher dieser Klasse ist. Es sollte ihm gelingen, obwohl sich Al Attiyah, der bis zum letzten Kilometer des Rennens vor Kampfgeist nur so strotzte, nicht den geringsten Fehler leistete, den Sainz für sich hätte nutzen könnten.

Ein Hummer lernt fliegen (Foto:Dakar.com)

Ab der fünften Etappe übernahm Carlos Sainz zwar das Kommando in der Gesamtwertung, aber sein Vorsprung auf den „Verrückten am Steuer“, der keine Gelegenheit ungenutzt ließ, sich um Sekunden oder Minuten heranzuarbeiten, schwand zunehmend. Am Ende der letzten Wertungsprüfung betrug der Abstand zwischen den beiden Rivalen nur noch 2’12’’. Sainz sicherte sich den am härtesten erkämpften Sieg in der Geschichte der Rallye. Ingesamt darf man die Auflage 2010 als Höhepunkt für Volkswagen werten. Neben dem spektakulären Duell zwischen Sainz und Al Attiyah belegte die deutsche Marke mit einem weiteren Race Touareg mit Marc Miller am Steuer auch den dritten Platz der Gesamtwertung. Seit dem Beutezug der Mitsubishi 2003 mit dem siegreichen Vierergespann Masuoka-Fontenay-Peterhansel-Sousa hat es dies bei der Dakar nicht mehr gegeben.

Die Wüste bebt.(Foto:Dakar.com)

Auch wenn sich der Titelkampf in diesem Jahr schon bald auf den Schlagabtausch zwischen den Piloten aus dem Hause Volkswagen beschränkte, versprechen die Leistungen der BMW X-3 zukünftig handfeste Duelle. Die Stunden, die Stéphane Peterhansel auf der 5. Etappe verlor, hielten ihn anschließend nicht davon ab, sein Potenzial zu zeigen: Mit vier gewonnenen Etappen in diesem Jahr platzierte sich der Neueinsteiger bei X-Raid auf dem vierten Rang der Gesamtwertung. Das Team konnte sich auch über die Gesamtleistung von Guerlain Chicherit freuen, der mit einem Etappensieg auf den fünften Platz des Klassements fuhr. In diesem Gelände boten die X3 den Volkswagen übrigens kontra, denn zählt man Romas Etappensieg vor seiner Aufgabe hinzu, verbuchten die Piloten von BMW sechs Tagessiege für sich, gegenüber sieben für die „Blauen“. Um den Kreis der Widersacher von VW etwas zu erweitern, sollte man künftig auch mit dem Team JMB Stradale rechnen: Alle fünf überarbeiteten Mitsubishi Lancer kamen ins Ziel, wo drei von ihnen unter den TOP 10 landeten. Carlos Sousa, der zusammen mit Mathieu Baumel, dem früheren Partner von Chicherit, unter den Mitsubishis am besten abschneidet, platziert sich an 6. Stelle.