Haftung für Schlaglöcher

Man fährt nichtsahnend auf der Strasse und plötzlich knallt es fürchterlich und schlägt einem das Lenkrad aus den Händen - diese verdammten Schlaglöcher. Mittlerweile gibt es riesige Krater, die auch das Fahrzeug beschädigen können. Bisher gab es im Schadensfall nur ein Achselzucken von den Behörden - bisher.


Urteil: Verkehrssicherheit auf Autobahnen ist Pflicht

Wenn auf den Strassen nicht ausdrücklich vor Fahrbahnschäden gewarnt wird, kann der Autofahrer bei Beschädigungen durch Schlaglöcher Schadenersatz geltend machen. Das entschied das Landgericht Halle in diesem Jahr. 

 

Das war passiert: Ein Autofahrer fuhr nachts auf der A9 von München nach Berlin mit vorgeschriebenen 120 Stundenkilometern. Auf der stark befahrenen, dunklen Strasse übersah er ein Loch von 60 mal 40 Zentimetern und einer Tiefe von rund 10 Zentimetern. Er beschädigte dabei sein Fahrzeug und verklagte das Bundesland.

 

In der Begründung erklärte das Gericht, dass der schlechte Zustand der Fahrbahn bei der zuständigen Autobahnmeisterei bekannt war. Trotzdem wurden keine Warnschilder aufgestellt, die Autofahrer vor einer "unebenen Fahrbahn" gewarnt hätten.

Somit wurde die Verkehrssicherungspflicht verletzt und das Land dazu verurteilt den entstandenen Schaden zu ersetzen. Automobilclubs halten das für eine vernünftige Entscheidung, da besonders Autobahnen über eine einwandfrei Fahrbahn verfügen sollten.

 

Foto: ACE