Reifenlabel: Sicherheit geht vor

Seit November ist die EU-Vorschrift in Kraft: Jeder Reifen, der nach dem 1. Juli produziert wurde muss das neue Reifenlabel tragen. Wer aber nur auf Spritsparen (Kraftstoffeffizienz) setzt, büsst möglicherweise an Sicherheit ein.


Das neue Reifenlabel hat auch seine Tücken

Das neue Reifenlabel ist eigentlich eine gute Sache. Die Kennzeichnung mit den farbigen Balken und den Buchstaben A bis G erinnert an die Labels, die die Verbraucher schon von Kühlschränken, Waschmaschinen oder Geschirrspülern kennen. Es soll Reifen in Sachen Kraftstoffeffizienz, Rollgeräuschen und Bremsverhalten auf nasser Straße vergleichbar machen. Zu Themen wie etwa Lebensdauer eines Reifens oder seine Leistungsfähigkeit bei Aquaplaning bekommt man aber keine Auskunft - auch nicht darüber wie der Reifen sich auf Eis und Schnee verhält.

Zum Thema Nasshaftung sind sich die Experten auch nicht einig. Für das Label gilt ein Testverfahren bei einer Temperatur zwischen +5 und +20 Grad - da schneiden die meisten Sommerreifen besser als die Winterpneus ab, da diese eigentlich erst bei Minustemperaturen richtig zupacken. Viele Winterreifen werden in diesem Jahr noch ohne Label angeboten, da sie vor dem 1. Juli hergestellt wurden - daher wissen die Fachleute von der PROFISERVICE WERKSTATT am besten, welcher Reifen Ihnen die grösste Sicherheit bietet.

Fachleute raten dazu das Thema Nasshaftung höher zu bewerten als die Effizienzklasse. Die Ersparnisse durch einen geringeren Rollwiderstand sind so minimal, dass sie den Sicherheitsvorteil durch bessere Haftung, beispielsweise beim Bremsen niemals aufwiegen. Oder um es deutlich zu sagen: Was nützt ein gesparter Liter Sprit bei einem Auffahrunfall, der mit anderen Reifen hätte verhindert werden können.

Foto: ADAC