Schöner Schwede: Volvo C30


Nordic Driving

Foto: Volvo

Schöner Schwede - Der Volvo C30

Der barents  - blau- metallic-farbene Testwagen gefällt mir spontan sehr gut. Ein Auto gemacht für Stadtmenschen und Ästhetiker wie mich. Schöne Autos im Golf-Format heißen ab jetzt nicht mehr nur Audi A3 oder Alfa 147. Im Innenraum wirken die Güte der Materialien und das Design schwedentypisch kühl, Design-Mätzchen bleiben den Insassen erspart. Von außen werden natürlich Erinnerungen an den legendären Volvo P 1800 ES von 1971 wach, der wegen seiner Heckfenstergestaltung den liebevollen Spitznamen Schneewittchensarg erhielt. Auch Ähnlichkeiten mit dem 480er aus den 80er-Jahren, der bei Volvo die Wende zum Frontantrieb einleitete, sind feststellbar. Von vorn ist der kompakte Schwede unverkennbar ein aktueller Volvo. Doch die Seitenlinie ist neu und endet nach exakt 4.252 Millimetern in einem wuchtigen Heck – in diesem Fall ist das gut gelungen. Nach drei Tagen und einer ersten Irritation über den kernigen Dieselsound muss ich zugeben: Der 1,6 Liter-Selbstzünder des Testwagens gefällt mir doch. Was er ab 2.000 Touren an Drehmoment und Schub abliefert, macht Laune.

Ein Leisetreter ist das 109 PS starke Dieselaggregat im C30 dabei aber wahrlich nicht: Vom Start weg verhehlt er akustisch keineswegs, dass er viele Tausend Mal pro Minute bei hohem Druck Dieselöl zur Explosion bringt. Die Geräuschkulisse ist stets wahrnehmbar kernig. Dafür komme ich mit den versprochenen fünf Litern auf 100 Kilometer tatsächlich locker aus. Kompliment!

Das Fahrwerk ist straff und trocken, aber nicht unbequem. Härter darf es für meinen Geschmack nicht sein. Das Fahrverhalten ist typisch für einen Fronttriebler und neigt, wenn überhaupt, ein wenig zum Untersteuern. 

Hinter der tief herunter reichenden Glashaube erstreckt sich ein mit Teppichboden ausgekleidetes Abteil für alles, was man so zu verstauen hat. Die Sporttasche und nicht zu großes Gepäck fühlen sich hier wohl. Messtechnisch sind 251 Liter sehr wenig. Aber es geht dann doch schon rein, was meine Frau und ich – keine Kinder – am Wochenende so brauchen: zwei Sporttaschen, eine Kühlbox, ein großer Picknick-Korb und ein wenig Klappgestühl. Das sieht dann immer noch entspannt aus. Mit umgeklappter Rückbank wären 894 Liter verfügbar. Der C30 hat also auch seinen Teil Variabilität im Erbgut mitbekommen. Die gläserne Ladeluke ist allerdings ziemlich schmal und die darunter befindliche Kante recht hoch.

Bereits ab 19.100 Euro kann man sich einen fabrikneuen C30 zulegen. Mit höherer Motorisierung und noch ein paar Extras kann man aber auch ein Budget von 30.000 oder mehr Euro erreichen. Das Spitzenmodell mit 230 PS-T5-Triebwerk in Summum-Ausstattung kommt sogar auf 33.280 Euro in die Brieftasche. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist aber auch in Hinblick auf den zu erwartenden Wiederverkaufswert so oder so volvotypisch gut.

-r2m/Cristoph Anders-