Sexiest car alive: Jaguar E-Type

Der Jaguar XKE oder auch E-Type ist der Inbegriff des Sportwagens schlechthin. Es war 1961, auf dem Genfer Automobilsalon als der Schöne mit der langen Nase der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Malcolm Sayer hieß der Designer, der sich bei seinem Entwurf für den XK-Nachfolger E-Type am Le-Mans-Sieger D-Type orientiert hatte.


Sex auf Speichenrädern

Fachmagazine ebenso wie die Tagespresse überschlugen sich damals vor Begeisterung und belegten den Star der Automobilausstellung mit Attributen wie „atemberaubend“ oder „aufregend“, was im heutigen Sprachgebrauch so viel bedeutet wie „cool“ oder „geil“. Der verstorbene Kabarettist Wolfgang Neuss bezeichnete ihn als einen "Penis mit vier Rädern“ Nicht nur das machte den E-Type besonders auf dem amerikanischen Markt heiß begehrt.

Vor dem Fahrgenuss steht der Einstieg, der erst nach einiger Übung elegant wirkt. Der Fahrer muss tief in die Hüfte gehen um sich mit einem flotten Schwung um die gefährliche Ecke zu hieven, mit der die Frontscheibe in den Türausschnitt ragt. Dann lässt man sich in den filigranen Clubsessel fallen und zieht möglichst galant die Beine nach. Dort erwarten den Glücklichen ein bleistiftdünnes Holzlenkrad eine beeindruckende Uhrensammlung und unzählige kleine Kippschalter.

Nach dem der Schlüssel umgedreht ist, brabbelt der Sechszylinder sonor vor sich hin. Ein zarter Druck aufs Gaspedal schon faucht die Katze, als sei sie auf dem Sprung nach Beute. Die Sechszylinder-Reihenmotoren waren stark (zunächst 3,8 Liter und rund 245 PS, später dann 4,2 Liter mit 265 Pferdchen) und das Auto war mit 1,3 Tonnen vergleichsweise leicht. Der Topspeed lag bei damals legendären 150 Meilen pro Stunde, also 240 km/h.

Die Straßenlage war schon damals etwas für ganze Kerle. Die hohe Motorleistung auf rasiermesserdünnen 5-Zoll-Felgen mit 185er-Reifen und dazu noch die etwas schwächlichen Bremsen. Heutzutage liegt jeder Kleinwagen mit Dieselmotor besser auf der Straße – aber so war das nun mal in den Sechzigern. Katzenfreunde lassen ihren Jaguar heute lieber bei gemütlichen Geschwindigkeiten über die Landstraße gleiten und lauschen dem brummigen Schnurren ihres Lieblings.

Mit steigendem Alter wurde das Raubtier immer bequemer. Zum Ende der zweiten Serie gab es den 2+2, ein Coupé mit Notsitzen, dessen leicht verlängerter Radstand mit einem erhöhten und verlängerten Dach die Mitnahme von leichtem Gepäck erlaubte. Ab dieser zweiten Serie (1968 – 1971) wurde es – aufgrund der amerikanischen Kundschaft – immer komfortabler im E-Type. Schreckliche Dinge wie ein Automatikgetriebe, Servolenkung und sogar eine Klimaanlage ließen den Roadsterfreund erschaudern.

 

Ab 1971 implantierte man der Katze aus Coventry einen 5,4 Liter großen V-Zwölfzylinder aus der Limousine. Diese dritte Serie wurde bis Ende 1974 gebaut, zuletzt nur noch als Roadster. Doch so sehr die üppige Motorisierung das Ansehen der lebenden Legende Jaguar E-Type noch einmal hob – der V12 war irgendwie amerikanisch verweichlicht und hatte das knorrige Briten-Roadster Gefühl verloren. 72.500 E-Types wurden bis 1974 gebaut. 

In der guten alten Zeit, als Autos noch Autos waren kostete der Schönling als Coupe 1.954 Pfund Sterling. Nach damaligem Wechselkurs wären das kaum mehr als 22.000 DM oder 11.250 Euro. Der Roadster war gar für 1.830 Pfund zu haben. Das war etwa halb soviel, wie vergleichbare Sportwagen deutscher oder italienischer Herkunft damals kosteten. Heute sind die Cabrios teurer als die Coupés.


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