Traumschiff BMW 730d


Der neue 7er ist ein klares Bekenntnis: Luxus find´ ich klasse!

Unwiderstehliches Heck: BMW 730d
Fotos: BMW

Beim letzten BMW 7er war der Stein des Anstoßes das Heck, dies Mal ist es der Bug: Manchen Zeitgenossen ist die Niere zu groß. Da muss ich verständnislos zurückfragen: Was kann an diesem Auto überhaupt zu groß sein? Über fünf Meter Länge und satte 1,90 Verdrängung in der Breite sind ein klares Statement. Insgesamt wirkt der Neue aber nicht massig, fast kompakt, die Linienführung sehr klassisch. Die ist trotz hoher Schulterlinie weich und luftig, das Heck für meinen Geschmack herrlich.

Willkommen an Bord

Der Innenraum ist eine Wucht. Die zweite Hutze, die das Display des Vorgängers barg, ist verschwunden – obwohl der Bildschirm jetzt über zehn Zoll misst, wird auf solcherlei Ausbeulungen verzichtet. Gut so. Auch ein paar Schalter und Knöpfe haben in das dem Fahrer zugeneigte Innere zurückgefunden, der Wählknopf für das iDrive-System der dritten Generation wird nun von einigen praktischen Tasten für Shortcuts umvölkert. Neue iDrive-Menüs erfreuen den Kapitän, die man trotz einer wahren Fülle von Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten gut in den Griff bekommt – auch wenn man kein Insider ist und bisher andere Pötte zu pilotieren hatte. Fazit: Alles klar auf der Brücke. Hier viele Worte über Materialien, Design sowie Verarbeitung des Interieurs zu verlieren, erübrigt sich – eine Wort reicht: perfekt. Dass das erhältliche Head Up-Display, das die wichtigsten Fahrzeugzustände direkt im Sichtfeld des Fahrers auf die Frontscheibe projiziert, nicht an Bord des Testwagens ist, stört nicht weiter. Die Uhren in Black-Panel-Technik bieten präzise Information auf geschmackvolle Weise. Auf die hingegen vorhandene, aufpreispflichtige Lederausstattung sollte man aber keinesfalls verzichten. Noblesse oblige.

Drück man den Startknopf des 730d, so ist akustisch nichts von jenem turboaufgeladenen 3-Liter-Diesel zu vernehmen, in dem 245 Pferdestärken und ein Drehmoment von 540 Newtonmetern zu entfesseln sind. Über das Triebwerk haben wir schon viel Lob ausgeschüttet, auch hier harmoniert es wunderbar. Mit dem neuen Wählhebel, den wir schon aus dem X6 kennen, shiften wir in Fahrstufe D – volle Kraft voraus – und ab geht es. Der Wagen hängt gut am Gas, der Sound ist dezent. Lässt man es easy angehen und steht nicht im Stau, kann man locker unter acht Litern Verbrauch bleiben. Das probiere ich nicht die ganze Zeit, aber es funktioniert. Der 7er ist also auch ein Bekenntnis zur Vernunft.

 

Das dreifach verstellbare Fahrwerk macht im Comfort-Modus am meisten Spaß, dann lässt der 7er das Dickschiff raus ohne träge oder teigig zu werden. Da er sogar 50 Kilo leichter als sein Vorgänger ist, kann man auch eine gewisse Leichtfüßigkeit erwarten – und wird nicht enttäuscht. In brenzligen Fahrsituationen oder sollte man richtig Stoff geben, passt sich das Fahrwerk ohnehin automatisch an und korrigiert. Vernunft aus – Sport an! Wer sich für die Sporteinstellung entscheidet, kriegt klassisches, sportliches BMW-Feeling, das aber nicht so ganz echt, sondern leicht rechnererzeugt wirkt.

 

Auch ohne aufwendige Bestückung aus der Aufpreisliste kostet der Traum vom Schiff 69.500 Euro. Acht Airbags, Xenon-Licht und ein ausgeklügeltes ESP gibt es serienmäßig. Ordern sollte man Leder für 2.750 und Navi für 2.900 Euro. Der Rest ist wie immer Geschmackssache …

 

Technische Daten BWM 730d: Viertürige Limousine mit Kofferraum und fünf Sitzplätzen, Länge 5,07 Meter, Gewicht 1.940 kg, 3,0-Liter-Turbo-Dieselmotor mit 2.993 ccm Hubraum und 180 kW/245 PS, max. Drehmoment 540 Nm bei 1.750 bis 3.000 U/min, 0-100 km/h in 7,2 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 245 km/h, Durchschnittsverbrauch 7,2 Liter Diesel, ab 69.500 Euro.