Auto & Kosten

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Reifen-Check: Fahrstil beeinflusst Lebensdauer erheblich

Der frühe Vogel fängt den passenden Pneu. Auch wenn die Zeit für den Wechsel von Sommer- auf Winterreifen noch rund zwei Monate hin ist, in der Hauptsaison wird die Nachfrage größer und zumeist steigen dann auch die Preise. Der kluge Autofahrer baut also vor, kümmert sich schon jetzt um die richtigen Reifen, wenn neue angeschafft werden müssen. Alter und Profiltiefe sind wichtige Gradmesser für den Reifenzustand. Nach etwa sechs Jahren sollte ein Austausch in Erwägung gezogen werden. Aber: Der Verschleiß hängt auch vom Fahrstil ab und kann die Lebensdauer deutlich verringern. Darauf hat jetzt die Dekra hingewiesen.

Bei Sommerreifen sollte das Profil mindestens drei Millimeter tief sein, bei Winterpneus nicht unter vier Millimeter. Autofahrer können mit einer 1-Euro-Münze das Profil gut einschätzen

Eigentlich ist doch noch Sommer? Richtig, aber der nächste Winter kommt bestimmt. Wer schon jetzt seine Pneus checken lässt, beispielsweise in einem Kfz-Meisterbetrieb, und sich gegebenenfalls vor dem Beginn der Hauptsaison um die passende Bereifung kümmert, fährt besser und sicherer.

Vor allem kann es bösen Überraschungen vorbeugen. Denn: Wie lange die Reifen eines Autos halten, haben Autofahrer zu einem großen Teil selbst in der Hand. „Eine dynamische Fahrweise, ein unpassender Reifentyp oder auch der falsche Fülldruck kosten eine Menge Profil und können die Lebensdauer von Reifen stark verringern“, erklärt Christian Koch, Reifenexperte von der Sachverständigenorganisation Dekra.

Seine Empfehlung: „Wer auf eine lange Lebensdauer der Autoreifen setzt, sollte mit Köpfchen fahren.“ Und der Dekra-Experte weiter: „Der Fahrstil beeinflusst den Abrieb der Reifen sehr: Hohe Geschwindigkeiten, starkes Beschleunigen und abruptes Bremsen kosten eine Menge Profil. Wer beim Ampelstart regelmäßig die Reifen quietschen lässt und in Kurven extrem ans Limit geht, kann sich frühzeitig auf den Austausch der Reifen einstellen.“

Auf der anderen Seite schont ein defensiver Fahrstil die Pneus und verlängert die Lebensdauer. Ein wichtiger Punkt ist auch der richtige Reifenfülldruck. Wer reifenschonend fahren will, muss sich an die Herstellerwerte halten, sie an die Beladung des Fahrzeuges anpassen und dies regelmäßig überprüfen. Koch: „Der richtige Fülldruck führt zu einer optimalen Aufstandsfläche des Reifens auf der Fahrbahn und somit zu gleichmäßigem und geringem Abrieb.“ Deutliche Abweichungen von diesen Werten nach unten wie nach oben, produzieren ein ungleichmäßiges Verschleißbild. Das heißt im Klartext: Es sind früher neue Reifen fällig.

Die Wahl des richtigen Reifentyps ist eine weitere Voraussetzung für einen geringen Reifenabrieb. Sommerreifen sind für die wärmere Jahreshälfte, Winterreifen für die kalte am besten geeignet. Winterreifen im Sommer und Sommerreifen im Winter sind nicht nur ein Sicherheitsrisiko – sie bedeuten auch erhöhten Abrieb und schnellen Verschleiß, vor allem im ersten Fall. Bei Ganzjahresreifen ist das Verschleißverhalten im Sommer in der Regel schlechter als bei Sommerreifen.

Unverzichtbar für ein langes Reifenleben ist aber auch eine regelmäßige Überprüfung, um zum Beispiel ungleichmäßigen Abrieb oder ein „Sägezahnprofil“ zu erkennen. Gerade auch bei Ganzjahresreifen, die im Frühjahr und Herbst nicht gewechselt werden, ist zweimal jährlich ein Reifencheck durch den Fachmann in der Fachwerkstatt dringend zu empfehlen.

Angesagt ist darüber hinaus ein regelmäßiger Wechsel der Reifen zwischen Vorder- und Hinterachse. „Damit erreicht man einen gleichmäßigeren Abrieb an allen vier Rädern eines Fahrzeuges. Wird dann der Wechsel einzelner Reifen fällig, gilt die Regel: Die besseren Reifen gehören immer auf die Hinterachse, unabhängig von der Antriebskonfiguration, also der Frage nach Front-, Heck- oder Allradantrieb“, erklärt Reifenexperte Koch.

Spürbaren Einfluss auf die Haltbarkeit des Profils und die erreichbare Laufleistung der Reifen hat übrigens auch die Art der Fahrstrecke. Im Flachland wird ein Reifen eine deutlich höhere Laufleistung erreichen als im Gebirge. Grund sind die wesentlich höheren Beschleunigungs- und Bremsleistungen, die der Reifen bei Steigung und Gefälle auf die Fahrbahn überträgt und zwangsläufig mit höherem Abrieb bezahlt. Wenn Fahrleistung und sonstige Randbedingungen gleich sind, wird daher ein Reifen im Allgäu deutlich schneller verschleißen als an der Küste.

Quelle und Foto: Dekra

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