Der brandgefährliche Konflikt rund um den Iran liegt zwar in Nahost, doch die Folgen spüren wir bereits vor der Haustür – vorerst vor allem im Geldbeutel.
So haben die Kraftstoffpreise hierzulande durch die besorgniserregenden geopolitische Spannungen in der Golf-Region einen dramatischen Sprung hingelegt.
Super E10 kostet nun im Schnitt 2,01 Euro pro Liter, Diesel sogar 2,17 Euro, während Rohölpreise zeitweise auf 120 Dollar pro Barrel kletterten. „Noch lange nicht das Ende der Fahnenstange“, heißt es aus gut informierten Kreisen
Autofahrer spüren das jetzt schon täglich im Portemonnaie, doch es gibt effektive Wege, den Verbrauch und damit die Kosten zu senken – keine Raketenwissenschaft, sondern zum Teil ganz simpel und auf der Hand liegend.
Langsameres Fahren schafft den größten Hebel: Wer auf der Autobahn statt 140 km/h nur 120 km/h fährt, spart bis zu zehn Prozent Kraftstoff ein, da der Luftwiderstand quadratisch mit der Geschwindigkeit steigt.
Gleichmäßiges Tempo halten, ohne starkes Beschleunigen oder Bremsen, reduziert den Verbrauch weiter, besonders in der Stadt, wo Stop-and-Go den Motor unnötig belastet.
Weiteres Einsparpotential steckt in der Beladung: Unnötiges Gewicht wie Dachbox oder Kofferraumfüllgut entfernen mindert den Aufwand um zwei bis drei Prozent pro 100 Kilo.
Kurzstrecken bündeln oder gar vermeiden hilft enorm, weil kalte Motoren doppelt so viel verbrauchen.
Tankapps nutzen, sich vor dem Tanken informieren, wo die Preise niedriger sind. Gerade in Metropolen wie Hamburg oder Berlin und größeren Städten sind Preisunterschiede von bis zu 20 Prozent drin.
Unabhängig von Konflikten und Katastrophen, nach wie vor und grundsätzlich sehr wirksam: Abends tanken lohnt sich oft, da Preise dann 13 Cent günstiger sind als morgens.
Des Weiteren Reifendruck regelmäßig prüfen und den Motor optimal warten lassen, möglichst in der Fachwerkstatt des Vertrauens. Kombiniert lässt sich mit diesen einfachen Maßnahmen der Verbrauch um bis zu 30 Prozent senken.
Wer viel pendelt, kann auch von Fahrgemeinschaften und Car-Sharing profitieren. Motto: Geteiltes Leid, ist halbes Leid bzw. geringere Tankkosten für den Einzelnen.
Warum aber sind gerade in Deutschland die Kraftstoffpreise so hoch? Kritiker unterstellen den Energieversorgern, den Iran-Krieg schamlos auszunutzen, um Verbraucher abzuzocken.
Trotz globaler Ölpreissprünge melden Tankstellen blitzschnelle Preisanpassungen, die nur eine Richtung – nach oben – kennen, oft bereits nach wenigen Minuten. Entspannungen am Energiemarkt dagegen werden zumeist erst mit erheblichen Verzögerungen von mehreren Tagen und mehr an den Kunden weitergegeben.
Die meisten Autofahrer hierzulande fühlen sich regelrecht ausgenommen. Mit recht?
Zumindest im EU-Vergleich schneidet Deutschland schlecht ab: Während Superbenzin hier bei der Preisermittlung vor ein paar Tagen bei durchschnittlich etwa 1,82 Euro liegt, kostete es in Spanien nur 1,47 Euro pro Liter – eine Differenz von 35 Cent.
Diesel in Spanien: 1,42 Euro gegenüber 1,73 Euro hier – fast 30 Cent Ersparnis. Andere Länder wie Luxemburg oder Polen sind noch günstiger, dank niedrigerer Steuern.
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