Hagelkörner so groß wie Golfbälle, vollgelaufene Keller, umgestürzte Bäume: Was sich in Norddeutschland binnen Stunden entlud, war kein gewöhnliches Sommergewitter, sondern eine Unwetterserie mit teils massiven Schäden.
Besonders hart traf es Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, wo Feuerwehren zu Hunderten Einsätzen ausrücken mussten. Auch in Nordrhein-Westfalen sorgten Starkregen und Blitzeinschläge für Probleme.
Und die Lage bleibt angespannt: Der Deutsche Wetterdienst warnt bereits vor weiteren Unwettern in mehreren Regionen Deutschlands, während Einsatzkräfte noch die Schäden der letzten Tage beseitigen.
So schön der Sommer auch sein kann, in den Monaten Juli und August muss mit derartigem Extremwetter verstärkt gerechnet werden.
Gift für Autofahrer. Vor allem während der Fahrt, oder wenn der eigene Wagen ungeschützt im Freien parken muss.
Die Hagelstürme treten zwar oft lokal auf, die Schäden sind gleichwohl immens. Denn der Hagel kann Dellen im Blech, meist auf dem Dach, der Motorhaube oder dem Kofferraumdeckel, verursachen.
Besonders teuer können Glasschäden werden. Durch eine zersplitterte Front- oder Heckscheibe kann schnell Regen ins Auto eindringen und erheblichen Schaden verursachen.
Auch kleine Risse im Glas vergrößern sich rasch und sollten daher umgehend repariert werden – am besten in einer Fachwerkstatt.
Wie können sich jedoch Autofahrer dagegen am besten schützen? Der wirksamste Schutz ist zugleich der einfachste: Wer eine Unwetterwarnung erhält, sollte sein Auto möglichst früh in einer Garage, unter einem Carport oder in einem Parkhaus abstellen.
Auch der Blick auf Wetter- und Warn-Apps kann helfen, rechtzeitig zu reagieren und das Fahrzeug noch vor dem ersten Hagelschauer in Sicherheit zu bringen.
Steht kein fester Unterstand zur Verfügung, können Hagelschutzmatten oder andere geeignete Abdeckungen das Risiko verringern. Entscheidend ist allerdings, dass solche Schutzauflagen sturmfest befestigt werden, damit sie sich bei starkem Wind nicht lösen und selbst zum Problem werden.
Wer unterwegs von Hagel überrascht wird, sollte vor allem ruhig bleiben, Geschwindigkeit reduzieren, das Licht einschalten, Abstand halten und sich auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren.
Nach dem Unwetter empfiehlt sich ein genauer Blick auf das Fahrzeug. Schäden sollten möglichst schnell dokumentiert werden – am besten mit Fotos aus verschiedenen Perspektiven sowie mit Angaben zu Ort und Zeitpunkt des Hagels.
Auch für die Regulierung ist Schnelligkeit wichtig. Der ADAC empfiehlt, Hagelschäden dem Versicherer möglichst zeitnah zu melden. Wichtig: Derartigen Schäden sollten nicht ohne vorherige Abstimmung mit der Versicherung repariert werden.
Finanziell abgesichert sind Hagelschäden in der Regel über die Teilkaskoversicherung; bei Vollkasko ist dieser Schutz eingeschlossen. Wer lediglich eine Kfz-Haftpflicht abgeschlossen hat, muss die Reparaturkosten dagegen meist selbst tragen.
Für Autofahrer heißt das vor allem: Vorsorge ist günstiger als Reparatur. Wer Warnhinweise ernst nimmt, das Fahrzeug bei drohendem Unwetter rechtzeitig unterstellt und im Ernstfall besonnen handelt, kann das Risiko teurer Hagelschäden deutlich senken.
Quelle: ADAC, Foto: AdobeStock






