Wunschtraum oder Wirklichkeit? Eigentlich soll der Tankrabatt Autofahrer entlasten. Doch zwei Wochen nach dem Start bleibt die Frage: Wie viel davon landet tatsächlich im Tank?
Seit dem 1. Oktober 2026 beträgt die Steuerentlastung für Benzin und Diesel 16,7 Cent je Liter. Nach Berechnungen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und dem Institut für Wirtschaftsforschung ifo erreicht sie bislang jedoch nicht vollständig die Verbrauchern.
Vielmehr zieht das Tanken laut dem ADAC gleichzeitig wieder spürbar an: In seiner Auswertung vom 14. Oktober meldet der Club für Super E10 bundesweit durchschnittlich 2,151 Euro je Liter – 2,5 Cent mehr als in der Vorwoche.
Diesel verteuert sich demnach um 1,4 Cent auf 2,247 Euro. Als einen Grund nennt der ADAC den gestiegenen Ölpreis: Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am 13. Oktober zum Handelsschluss rund 106 US-Dollar, nach etwas über 100 US-Dollar eine Woche zuvor.
Gleichwohl hält auch der ADAC die Kraftstoffpreise weiterhin für zu hoch. Wie groß die Lücke beim Tankrabatt ist, beurteilen die Wirtschaftsforscher indes unterschiedlich.
DIW-Ökonom Tomaso Duso beziffert die weitergegebene Entlastung auf rund zwei Drittel der Steuersenkung.
Das ifo errechnet für den Zeitraum vom 7. bis 13. Oktober bei Super E10 eine Weitergabe von 13 Cent je Liter, bei Diesel von 13,5 Cent. Beide Werte bleiben unter den vorgesehenen 16,7 Cent.
Entscheidend ist dabei: Ein Blick auf die Preistafel allein verrät nicht, ob der Rabatt ankommt. Ölpreise, Transport und Beschaffung beeinflussen die Tankrechnung ebenfalls.
Das ifo vergleicht deshalb die Preisentwicklung in Deutschland mit Frankreich, wo es diesen Tankrabatt nicht gibt. So soll der Effekt der Steuersenkung von anderen Einflüssen getrennt werden.
Auch das Bundeskartellamt sieht nach bisherigen Auswertungen eine nicht ganz vollständige Weitergabe bereits bei Raffinerien und Großhandel.
Bei Benzin sei die Lücke größer als bei Diesel. Der Branchenverband en2x hält dagegen: Seine Mitglieder gäben den Rabatt vollständig weiter. Er verweist auf wechselnde Kosten etwa für die vorgeschriebene Bioquote und Transporte. Die unterschiedlichen Einschätzungen sind deshalb kein Beleg dafür, dass eine einzelne Tankstelle den Rabatt einbehält.
Verbraucher-Tipp: Wer seine Tankrechnung drücken will, sollte laut ADAC derzeit möglichst kurz vor 12 Uhr tanken.
Der Grund: Tankstellen dürfen ihre Preise nach wie vor nur einmal täglich, um 12 Uhr, erhöhen.
Vor diesem Preissprung ist Kraftstoff nach Angaben des Clubs am günstigsten. Zusätzlich hilft der Vergleich benachbarter Stationen – etwa über entsprechende Tank-App, die die Spritpreise in einem vom Nutzer festzulegenden Radius vergleichen.
Quelle: ADAC + DPA, Foto: ADAC






