Ein müder Anlasser, ein kurzes Flackern – dann geht nichts mehr. Die erste Frostnacht bringt oft ans Licht, was im Alltag unbemerkt bleibt: Die Autobatterie hat kaum noch Reserven.
Wer jetzt ihren Zustand in einer Fachwerkstatt des Vertrauens prüfen lässt und typische Stromfallen vermeidet, kann dem winterlichen Stillstand vorbeugen.
Sie arbeitet unscheinbar, bis sie streikt. Dabei ist die 12-Volt-Batterie der häufigste Grund für eine Autopanne: Nach der aktuellen ADAC-Pannenstatistik gingen im ausgewerteten Jahr 2025 genau 45,4 Prozent der Pannen auf eine schwache oder defekte Starterbatterie zurück.
Und: Das ist eine Jahresbilanz, keine gesonderte Winterquote. Trotzdem legt insbesondere Kälte die Schwächen gnadenlos offen
„Wartungsfrei heißt aber nicht pflegefrei“, sagt Ann-Christin Mainz vom TÜV-Süd aus gutem Grund. Denn der Unterschied ist entscheidend: Bei modernen wartungsfreien Batterien entfällt das Nachfüllen von destilliertem Wasser.
Um Ladezustand und nachlassende Leistungsfähigkeit müssen sich Autofahrer trotzdem kümmern.
Im Winter gerät die Stromversorgung gleich von mehreren Seiten unter Druck. Bei Minusgraden nimmt die Batterie schlechter Ladung auf.
Gleichzeitig beanspruchen Sitzheizung, Gebläse und Heckscheibenheizung das Bordnetz. Wer überwiegend kurze Strecken fährt, riskiert, dass mehr Energie entnommen als nachgeladen wird. Irgendwann reicht der Vorrat nicht mehr zum Starten.
Dabei braucht nicht nur der Anlasser Strom. Auch Motormanagement und Kraftstoffversorgung sind darauf angewiesen, erläutert Mainz. Eine erschöpfte Batterie ist deshalb keineswegs nur bei Autos mit Automatikgetriebe ein Problem.
Dreht der Anlasser schon bei mildem Wetter mühsam durch oder wird das Abblendlicht beim Startversuch auffällig dunkel, kann eine gealterte Batterie dahinterstecken.
Solche Warnzeichen gehören vor dem nächsten Kälteeinbruch überprüft. Ein Batterietest beispielsweise in einem Kfz-Meisterbetrieb hilft, den Zustand einzuschätzen.
Eine Spannungsmessung allein beantwortet dabei nicht die entscheidende Frage nach den verbliebenen Reserven.
Die Ruhespannung gibt Hinweise auf den Ladezustand; die tatsächliche Leistungsfähigkeit muss gesondert geprüft werden.
Nach den TÜV-Süd-Angaben berücksichtigen Fachleute dafür auch Alter und Leistungsreserve des Akkus.
Zur Pflege gehört außerdem eine saubere, trockene Batterieoberfläche: Sie hilft, Kriechströme zu vermeiden. Anschlussklemmen müssen festsitzen, Kontakte vor Korrosion geschützt sein.
Bei häufigen Kurzstrecken oder längeren Standzeiten empfiehlt der ADAC regelmäßiges Nachladen mit einem geeigneten Ladegerät.
Es muss zur Batterietechnologie passen; die Hinweise des Fahrzeug- und Geräteherstellers sind zu beachten. Bei Minusgraden dauert das Laden zudem länger.
Vor dem Anlassen sollten unnötige Verbraucher ausgeschaltet bleiben. Springt der Motor nicht an, rät Mainz, den Startversuch spätestens nach zehn Sekunden abzubrechen und vor dem nächsten Versuch etwa eine halbe Minute zu warten. Dauerndes Weiterorgeln strapaziert die ohnehin knappen Reserven nur zusätzlich.
Quelle: TÜV-Süd, Foto: Coparts






