Technik & Trends

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Handy-Nutzung hinterm Steuer: Junge Autofahrer besonders auffällig

Und ständig lockt das Smartphone. Nur noch schnell die Mail checken und den einen ganz, ganz wichtigen Post auf Whatsapp absetzen. Okay. Aber nicht während der Fahrt hinterm Steuer! Wer kennt es nicht. Getrieben von den schier unermesslichen Möglichkeiten und der nahezu permanenten Erreichbarkeit, ist die unerlaubte Handy-Nutzung im Auto inzwischen sehr weit verbreitet und gehört zu den großen Unfallrisiken im Straßenverkehr. Junge Autofahrer sind besonders gefährdet. Darauf weist Deutschlands drittgrößter Automobilclub, der Kraftfahrer-Schutz e.V. (KS), hin.

Bereits ein kurzer Blick des Fahrers aufs Handy erhöht die Unfallgefahr exorbitant

Gerade unter jungen Fahrern ist die unerlaubte Nutzung des Smartphones am Steuer weit verbreitet. Mittlerweile ist das Handy zum ständigen Begleiter geworden und selbst nachts nur eine Armlänge entfernt. Da scheint es nur natürlich, dass man es auch während der Autofahrt unerlaubterweise ständig griffbereit hat.

Wer aber gerade ein Fahrzeug lenkt und meint, nur kurz die Mails checken oder auf eine Textnachricht antworten zu müssen, riskiert sowohl das eigene Leben als auch das anderer, warnen die Verkehrssicherheitsexperten des Automobilclubs KS e.V. eindringlich. Denn auch wenn der Handynutzer nur wenige Sekunden mit seinem Telefon beschäftigt ist, so befindet er sich dennoch währenddessen im „Blindflug“.

Während dieser Zeit ist er abgelenkt, kann nicht rechtzeitig auf unvorhergesehene Situationen reagieren und gerät unter Umständen beispielsweise auf die Gegenfahrbahn. Wer nur drei Sekunden den Blick nicht auf dem Verkehrsgeschehen, sondern auf dem Handy hat, legt dem KS zufolge im normalen Stadtverkehr bei 50 km/h knapp 42 Meter zurück. Bei fünf Sekunden sind es laut KS schon fast 70 Meter, die im Blindflug zurückgelegt würden. Hier sei das Risiko für einen Unfall enorm hoch.

Ein Blick in die Unfallstatistik zeigt, dass gerade Fahranfänger und junge Autofahrer öfter als andere demografische Gruppen die Hauptverursacher von Verkehrsunfällen sind. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2020 bei Unfällen mit Personenschaden unter den unfallbeteiligten Pkw-Fahrern im Alter von 18 bis 20 Jahren mehr als zwei Drittel (68,2 Prozent) als Hauptverursacher eingestuft. Mit steigendem Lebensalter sinkt dieser Anteil und erreichte im vergangenen Jahr seinen niedrigsten Wert in der Altersgruppe zwischen 45 und 50 Jahren (50,1 Prozent), bevor der Anteil der Hauptverursacher bei den Senioren wieder zunimmt.

Wenngleich das Statistische Bundesamt Straßenverkehrsunfälle aufgrund der Fahrerablenkung durch Handys im Rahmen der amtlichen Statistik nicht separat ermittelt, sind doch gerade junge Menschen, die als „Digital Natives“ mit Handys und Smartphones großgeworden sind, in der Regel deutlich technikaffiner und nutzen das Smartphone mehr als andere Altersgruppen. Dementsprechend liegt der Schluss nahe, dass auch die Ablenkung durch die Handynutzung als Unfallursache eine wesentliche Rolle spielt.

Eine deutsch-irische Studie der TH Köln und der Universität Limerick („Smartphone-Use While Driving: An Investigation of Young Novice Driver (YND) Behaviour“) hat Anfang des Jahres eine Gruppe von 700 Fahranfängern in ganz Deutschland hinsichtlich ihrer Handynutzung während des Autofahrens untersucht. Hierbei zeigte sich, dass deutlich mehr als die Hälfte der Befragten während der Fahrt das Smartphone nutzt, um Musik zu wechseln bzw. zu suchen und mit Musik-Apps zu interagieren.

Hier vermuten die Studienverfasser, dass diese Art der Handynutzung von den Fahrern als vergleichsweise ungefährlich, wenn nicht gar sicher angesehen wird, da schließlich auch die Nutzung des Autoradios oder Entertainment-Systems erlaubt ist. Dennoch, so die Autoren, sei auch die Nutzung des Smartphones, um Musik zu wechseln oder zu suchen, eine riskante Ablenkung, die das Unfallrisiko erhöhe.

Darüber hinaus ergab die Studie, dass die Fahranfänger, die angegeben hatten, das Handy während der Fahrt etwa zum Telefonieren oder Texten in der Hand zu halten, auch zu weiterem riskanten Fahrverhalten neigen: So würden diese Fahrer auch eher unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen fahren, rote Ampeln ignorieren, rechts überholen, ohne Fahrerlaubnis fahren oder mit mehr Passagieren unterwegs sein, als Sicherheitsgurte im Fahrzeug vorhanden sind.

Quelle: KS e.V., Foto: Fotolia

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