Service & Sicherheit

Ferienverkehr: Von Reißverschluss bis zu Mittelspurschleichern

Jetzt hat die heiße Urlaubsphase begonnen. Halb Europa fährt in die Ferien. Wegen Corona setzen viele auf das eigene Auto. Zumal nun wieder weiter entfernte Flugreiseziele wie Portugal, Spanien oder Zypern wegen erneut steigenden Infektionszahlen vom Robert-Koch-Institut (RKI) zu Risikogebieten erklärt wurden. Besonders an den Wochenenden drohen Stau und Verkehrschaos, wenn auch noch die Tagesausflügler mit dazukommen. Die Dekra warnt vor erhöhter Unfallgefahr und mahnt gerade auf verstopften Fernstraßen korrektes Fahrverhalten an.

Am zweiten Juli-Wochenende bricht die Urlauberwelle richtig los, erfasst nahezu alle Landesteile in Deutschland. Der Grund: Im Norden der Niederlande und in Frankreich beginnen die Ferien, Nordrhein-Westfalen startet in die zweite Ferienwoche. Insgesamt sind bereits sechs Bundesländer in den Sommerferien.

Gerade auf den Autobahnen Richtung Nord- und Ostsee, an die vielen Seen und in die Berge wird es extrem voll werden. Vor den ersten erfrischenden Urlaubsdrink hat der Reisegott allerdings die oftmals höchstbeschwerliche Anreise gesetzt. Dabei gilt: je zähflüssiger der Verkehr, desto ungeduldiger wird so mancher Autofahrer. Mit Marotten wie ständigem Fahrstreifenwechsel, zu frühem Einfädeln beim Reißverschluss-Verfahren oder Schleichen auf dem mittleren Fahrstreifen machen etliche Urlaubstourer sich und anderen das Leben schwer. Zugleich steigen die Unfallrisiken, und das vollkommen unnötig, warnt jetzt wieder die Dekra.

„Studien von Stauforschern zeigen aber, dass ständiger Fahrstreifenwechsel, wenn überhaupt, nur einen minimalen Zeitgewinn bringt, den Verkehrsfluss aber behindert und noch längere Staus produziert“, erklärt Dekra-Unfallforscher Luigi Ancona. Und weiter: „Wichtig ist eine gleichmäßige Fahrweise, die die Kolonne insgesamt in Bewegung hält. Deshalb ist es besser, entstehende Lücken eher langsam und nicht abrupt zu schließen, auch mit der gebotenen Rücksicht in der Rettungsgasse.“ Denn: Fehler beim Nebeneinanderfahren gehören zu den Top 4 der Unfallursachen auf Autobahnen.

Brisant wird es auch oft an Autobahn-Baustellen. „Wegen der hohen Gefahr von Streifkollisionen sollte man in beengten Baustellenbereichen auf Fahrstreifenwechsel und Überholvorgänge möglichst verzichten und versetzt fahren, zumal die Geschwindigkeit ohnehin begrenzt ist. Hier ist auch die tatsächliche Fahrzeugbreite samt Spiegel zu beachten.“

Ein großes Ärgernis und nicht ohne Risiken ist auch das Schleichen auf dem mittleren Fahrstreifen. „In Deutschland gilt das Rechtsfahrgebot“, betont der Unfallforscher Ancona. „Wer grundlos den mittleren Fahrstreifen befährt, obwohl der rechte Fahrstreifen dauerhaft frei ist, bringt sich und andere in Gefahr, etwa wenn er den nachfolgenden Verkehr zwingt, zum Überholen mehrere Fahrstreifen zu wechseln. Außerdem riskiert er ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro und einen Punkt in Flensburg.“

Endet ein Fahrstreifen oder muss man einem Fahrzeug mit Panne ausweichen, gilt das Reißverschluss-Verfahren. Doch dabei hakt es häufig. Mancher Fahrer ärgert sich, wenn er sich schon weit vor der Engstelle rechts einordnet, aber andere ganz nach vorn fahren. Dass Autofahrer bis zum Hindernis vorfahren, ist allerdings korrekt und genau im Sinne der StVO. Nur direkt vor der Verengung haben Autofahrer Anspruch auf das Einfädeln. Der Fahrstreifen, der endet, soll und kann bis zum Schluss ausgenutzt werden. Aber Achtung: Das Reißverschluss-Verfahren gilt nicht an Autobahn-Einfahrten beim Wechsel vom Beschleunigungsstreifen auf die durchgehende Fahrbahn. Hier hat der Verkehr auf der durchgehenden Fahrbahn Vorrang.

Quelle: Dekra, Foto: AdobeStock

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