Er ist der unverwüstliche Klassiker im Kompaktsegment und sorgt seit inzwischen 12 Generationen und rund 90 Jahren für Furore – vom Kadett A bis hin zum geschärften Astra L. Mehr als 14 Millionen verkaufte Einheiten fanden bisher ihren Weg auf die Straße und es sollen viele weitere dazukommen. Motto: Aus Deutschland für Deutschland.
Unter der feingeschliffenen Haube zeigt sich seine ganze Vielfalt: vier Antriebe – für jeden Bedarf, Einsatz und Geschmack ist das Passende dabei. Darunter die rein elektrische Variante (BEV), ein Teilzeitstromer (PHEV) und ein effizienter Hybrid (HEV) sowie ein bewährter Diesel.
Wie macht sich indes der geschärfte Astra beim Fahrtest? Wir können den geschärften Astra rund um Split, im Herzen Dalmatiens, unter die Lupe nehmen. Die Sonne steht tief über der Adria, irgendwo zwischen den engen Gassen der zweitgrößten Stadt Kroatiens und der kurvigen Küstenstraße Richtung Marjan. Genau hier fühlt sich der geschärfte Fünftürer erstaunlich wohl.
Was auf dem Papier wie ein klassischer Kompakter wirkt, bekommt zwischen Pinien, warmem Asphalt und dem flirrenden Licht des Mittelmeeres eine ganz eigene Dynamik. Aber der Reihe nach.
Schon beim ersten Blick wird klar: Der aufpolierte Astra hat an Präsenz gewonnen. Die Front wirkt präziser, der Vizor flacher, der beleuchtete Blitz setzt ein klares Statement. Im Rückspiegel spiegelt sich das Licht der untergehenden Sonne in den scharf gezeichneten Linien – ein Design, das bewusst auf Kante genäht ist.
Auf den ersten Kilometern durch den dichten Stadtverkehr zeigt der Fünftürer seine Alltagsstärke. Kompakt genug für enge Altstadtpassagen, gleichzeitig überraschend souverän, wenn es hinaus Richtung Küste geht.
Unter der Haube arbeitet je nach Wahl ein breites Spektrum: Der Diesel liefert 130 PS, der Hybrid kommt auf 145 PS. Mit 196 PS verfügt der Plug-in-Hybrid über das stärkste Triebwerk.
Gerade aber der elektrifizierte Antrieb passt zur Kulisse: lautlos gleitet der Astra entlang der Promenade, während Möwen kreischen und Cafés langsam zum Leben erwachen. Das Drehmoment liegt sofort an, die Beschleunigung wirkt mühelos – fast wie gemacht für spontane Zwischenspurts, 156 PS und bis zu 454 Kilometern Reichweite sei Dank.
Die serienmäßigen Intelli-Sitze überraschen mit echtem Langstreckenkomfort. Selbst nach Stunden hinter dem Lenkrad, wenn die Straße sich oberhalb der Felsen windet, bleibt das Gefühl entspannt. Die ergonomische Auslegung ist kein Marketingversprechen, sondern spürbarer Vorteil.
Im Innenraum dominiert Klarheit. Zwei zehn Zoll große Displays bilden das digitale Zentrum, logisch aufgebaut, schnell erfassbar. Nichts wirkt überladen, alles hat seinen Platz – ein angenehmer Kontrast zur oft chaotischen Geräuschkulisse der Stadt.
Richtig beeindruckend wird es, als die Dämmerung einsetzt. Das Intelli-Lux-HD-Licht verwandelt die dunkler werdende Küstenstraße in eine perfekt ausgeleuchtete Bühne. Kurven werden früher sichtbar, Gegenverkehr sauber ausgeschnitten – ein Sicherheitsgewinn, der gerade auf unbekannten Strecken Vertrauen schafft.
Auch praktisch bleibt der Astra: Bis zu 1.339 Liter Ladevolumen im Fünftürer zeigen, dass er mehr kann als nur gut aussehen. Der Kombi Sports Tourer legt hier naturgemäß noch einmal deutlich zu. Sein Gepäckvolumen beträgt 516 bis 1.553 Liter.
Am Ende dieses Tages bleibt ein Eindruck: Der neue Astra ist kein bloßes Facelift, sondern eine spürbare Weiterentwicklung. Er wirkt reifer, präziser und gleichzeitig emotionaler. Und irgendwo zwischen Split, Meer und Abendlicht wird klar – dieser Kompakte hat gelernt, sich selbstbewusst in Szene zu setzen, ohne seine Alltagstugenden zu verlieren.
Der Astra Electric ist wie bisher ab 37.990 Euro, der Sports Tourer Electric ab 39.490 Euro erhältlich, bietet aber mehr Speicher (58 kWh-Akku) und mehr WLTP-Reichweite (ca. 450 Kilometer). Der Einstieg in die Astra-Welt ist mit dem Hybrid ab 32.990 Euro möglich.
Foto: Opel







