Winter-Tipps 2: Die Tops und Flops beim Auto-Zubehör

Manchmal kommen Eis und Schnee schneller als man denkt. Damit es keine bösen Überraschungen gibt, sollten sich Fahrzeug und Fahrer gut vorbereitet in den winterlichen Verkehr begeben. Extra dafür gibt es Ausrüstung, die nicht fehlen darf und Hilfsmittel, die verzichtbar sind. Was Autofahrer alles dabei haben müssen und was nicht, lesen Sie hier!


Ein Türschlossenteiser ist nützlich, wenn er sich in der Jacken- oder Manteltasche befindet. Liegt er im Auto, hilft er dagegen wenig

Nicht tot zu kriegen sind Opas wundersame Geheimrezepte und Hausmittelchen. Dazu gesellt sich vermeintlich neumodischer Technik-Schnickschnack, der das viele Geld nicht wert ist, das wir gutgläubig bezahlt haben. Welches Auto-Zubehör ist wirklich wichtig und welches nicht. Hier kommen die Tops und Flops des ADAC:

Türschlossenteiser?
Ja, aber nicht im Auto! Denn im Wageninneren hilft er wenig bis gar nicht. Enteiser gehören bei Minustemperaturen in die Hand- oder Manteltasche, damit sich das zugefrorene Autotürschloss öffnen lässt! 

Pflegestift für Türdichtungen?
Damit man nach erfolgreicher Enteisung des Schlosses auch die Tür öffnen kann, empfiehlt es sich, die Türdichtungen mit speziellen Pflegestiften auf Silikonbasis zu behandeln. Sie reduzieren das Einfrieren von Türen und Heckklappe.

Heizlüfter für den Autoinnenraum?
Hier dürfen nur Produkte verwendet werden, die für den Innenraum eines Autos geeignet sind. Achtung: Heizlüfter, die für den Haushalt bestimmt sind, können beim Einsatz im Auto zu Fahrzeugbränden führen.

Batterien für Funkfernbedienung checken?
Kann bei niedrigen Temperaturen durchaus sinnvoll sein. Sind die Batterien vielleicht schon etwas älter, dann können sie im Winter schnell komplett versagen. Daher lieber frühzeitig wechseln. 

Beheizbarer Eiskratzer?
Klingt gut, hat aber wenig Sinn, da der Kratzer nicht warm genug wird, um das Eiskratzen wirklich zu beschleunigen. Auch wenn er tatsächlich in kürzester Zeit auf hohe Temperaturen kommen würde, wäre ein solches Produkt nicht zu empfehlen: Es bestünde dann nämlich die Gefahr, dass die Autoscheiben wegen des großen Temperaturunterschieds springen. 

Beheizbarer Türschlossenteiser?
Auch hier: Um wirklich wirksam zu sein, werden die Produkte nicht heiß genug. Besser: die Türschlösser mit geeigneten chemischen Enteisern behandeln, am besten direkt nach einer Fahrzeugwäsche. Idealerweise dabei die Türschlösser abkleben, damit kein Wasser im Schloss gefrieren kann. 

Beheizte Waschdüsen?
Eher nicht, sie können die Scheibenwaschanlage nicht vor dem Einfrieren schützen. Sie halten nur die Düsen eisfrei, jedoch nicht den Vorratsbehälter und das Leitungssystem. Elektrische Tauchsieder oder Rohrschlangen, die Wärme vom Kühlmittel auf die Waschanlage übertragen sollen, haben meist keine Wirkung. Abhilfe schafft ausreichend Wischwasserzusatz in der Scheibenreinigungsanlage. Dann kräftig sprühen bis sich der Frostschutz in den Schläuchen verteilt. 

Heißes Wasser zum Scheibenenteisen?
Gar keine gute Idee und Finger weg! Durch den Temperaturschock können die Scheiben Risse bekommen oder platzen und müssen dann ausgetauscht werden. 

Wischwasser Marke Eigenbau?
Geld sparen und bessere Wischleistung, wenn man es selbst macht? Leider nein. Wer Spülmittel und Spiritus selbst mixt, bekommt nur eine völlig unzureichende Reinigungsleistung, es besteht sogar die Gefahr, dass Kunststoff- und Gummiteile Schaden nehmen. Also hier gilt: am besten nur namhafte Produkte verwenden – und passend zu den Temperaturen dosieren.

Quelle: ADAC, Foto: Fotolia