Heuschnupfen ist nicht nur lästig, sondern kann die Fahrtüchtigkeit deutlich beeinträchtigen. Denn mit dem Start der Pollensaison steigen nicht nur die Beschwerden von Allergikern, sondern auch die Gefahren im Straßenverkehr.
Tränende oder juckende Augen, eine laufende oder verstopfte Nase und plötzliche Niesanfälle lenken vom Verkehrsgeschehen ab und schränken die Wahrnehmung ein.
Wer niest, schließt für den Bruchteil einer Sekunde die Augen – bei Tempo 50 bedeutet das bereits einen Blindflug von rund 14 Metern.
Hinzu kommt, dass die allergische Reaktion auf Pollen häufig mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Konzentrationsschwierigkeiten einhergeht
Die Folgen ähneln laut der Dekra-Verkehrsmedizinerin Dr. Almut Schönermarck den Risiken durch Übermüdung am Steuer: verlängerte Reaktionszeiten, nachlassende Aufmerksamkeit und eine erhöhte Fehleranfälligkeit.
Wer stark unter Symptomen leidet oder sich insgesamt angeschlagen fühlt, ist im Straßenverkehr unter Umständen ähnlich eingeschränkt unterwegs wie ein übermüdeter Fahrer.
Ein weiteres Risiko sind Medikamente gegen Allergiebeschwerden. Vor allem Antihistaminika älterer Generation können müde machen und das Reaktionsvermögen deutlich reduzieren.
Aber auch moderne Präparate wirken nicht bei allen Menschen gleich. Deshalb empfehlen Fachleute, neue Medikamente zunächst abends vor dem Schlafengehen zu testen und die Hinweise zur Fahrtüchtigkeit im Beipackzettel genau zu beachten.
Rechtlich ist die Verantwortung klar geregelt: Nach § 1 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) darf niemand andere Verkehrsteilnehmer gefährden oder schädigen. Daraus ergibt sich die Pflicht, nur dann ein Fahrzeug zu führen, wenn die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt ist.
Wer trotz erkennbarer Einschränkungen fährt und einen Unfall verursacht, muss mit Konsequenzen rechnen. Deshalb raten die Dekra-Experten zu einer realistischen Selbsteinschätzung vor jeder Fahrt.
Besonders kritisch wird es, wenn mehrere Belastungen zusammentreffen: starker Pollenflug, lange Fahrten, Müdigkeit und Medikamente können sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken.
Pendler sind in den Frühjahrsmonaten besonders betroffen, weil die Beschwerden häufig in den Morgen- und Abendstunden zunehmen.
Vorbeugende Maßnahmen wie regelmäßig erneuerte Innenraum- und Pollenfilter, geschlossene Fenster bei starkem Pollenflug, eine geeignete Lüftung im Fahrzeug, das Ausschütteln der Kleidung oder das Haarewaschen vor dem Schlafengehen können helfen, die Belastung zu reduzieren.
Insbesondere Betroffene sollten zudem in der Fachwerkstatt des Vertrauens regelmäßig – mindestens einmal jährlich vor Beginn der Saison – den Innenraum- bzw. Pollenfilter wechseln oder gleich einen kompletten Klimaanlagenservice durchführen zu lassen.
Quelle: Dekra, Foto: AdobeStock / Fotolia







