Autokauf: Hohe Investitionsbereitschaft bei Neuwagen und Gebrauchten

Obwohl die Branche gerade besonders stark unter den Auswirkungen des Corona-Virus leidet, gibt es einen Silberstreif am Horizont. Trotz Produktionseinschränkungen, Absatzflaute und dem abgesagten Autosalon Genf, der weltweit größten Leistungsschau, wollen die Verbraucher auf ein Auto nicht verzichten. Und zumindest noch im vergangenen Jahr durfte sich der Handel über hohe Investitionsbereitschaft beim Autokauf freuen. Dies ist eines der wichtigsten Ergebnisse aus dem aktuellen DAT-Report 2020.


Egal ob neu oder gebraucht, laut DAT-Report ist die Investitionsbereitschaft beim Autokauf hoch

Sowohl beim Neu- als auch Gebrauchtwagenkauf verzeichneten die Marktforscher das beste Ergebnis seit Bestehen des DAT-Reports. Laut der Studie wurden in 2019 für einen Neuwagen durchschnittlich 33.580 Euro investiert. Der Durchschnittspreis für einen Gebrauchten lag im vergangenen Jahr bei 12.470 Euro. Beim Markenhandel wurden 16.470 Euro bezahlt, auf dem Privatmarkt 8.530 Euro – Allzeithoch in allen Bereichen. Dabei weisen die Marktforscher darauf hin, dass es sich um einen Durchschnitt der tatsächlich bezahlten Preise und nicht um Listenpreise der Hersteller handele.

 

Ebenfalls deutlich gestiegen ist der Anteil des Privatleasings. Dem Report zufolge wurden insgesamt 22 Prozent aller privat erworbenen Neuwagen 2019 geleast. Gegenüber 2018 ist das ein Plus von acht Prozent. Werden alle geleasten und finanzierten Fahrzeuge zusammengezählt, wurden lediglich 23 Prozent der Neuwagen ohne Finanzierung erworben.

 

Mehr als 80 Prozent der Autokäufer haben zu Informationszwecken das Internet genutzt. Wer sich für ein neues Fahrzeug interessierte, suchte vor allem auf Hersteller-Webseiten und den dort integrierten Konfiguratoren. Die Neuwagenportale, die im Vorjahr noch auf Platz 1 waren, sind auf den dritten Platz gerutscht. Insgesamt 10 Prozent aller von Privatpersonen erworbenen Neuwagen wurden über ein solches Portal gekauft. Gebrauchtwagenkäufer informierten sich vor allem auf den gängigen Online-Plattformen. Knapp unter 20 Prozent aller Gebrauchten wurden wie 2018 allerdings ohne Zuhilfenahme des Internets gekauft.

Der DAT-Report ist eine jährliche Publikation der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT) und erscheint seit 46 Jahren. Für die aktuellen Erhebungen wurden durch das Marktforschungsinstitut GfK insgesamt 4.032 Privatpersonen zum Autokauf befragt. Bei 2.599 Personen wurden die Erkenntnisse per Face-to-Face-Interviews erhoben. Bedingung für die Teilnehmer: Der Pkw-Kauf musste im Zeitraum März bis Juni 2019 stattgefunden haben. Der Befragungszeitraum dauerte von Juli bis Oktober 2019.

 

Quelle: DAT, Foto: Fotolia