Dachboxen: Hochsaison für den zweiten „Kofferraum“

Wenn jemand eine Reise tut, dann braucht er viel Platz fürs Gepäck. Ganz besonders im Auto, wenn es mit Kind und Kegel auf große Tour geht. In Zeiten von Corona sowieso. Zusätzlichen Stauraum bieten Dachboxen, die jetzt wieder Hochsaison haben. So praktisch der zweite „Kofferraum“ auch ist, es müssen dennoch etliche Dinge wie beispielsweise die zulässige Dachlast dabei beachtet werden. Sonst kann die Fahrt ganz schnell gefährlich werden, warnt der TÜV-Süd. Was Sie alles beachten müssen, erfahren Sie hier.


Praktisch: der zweite „Kofferraum“ fürs Auto. Bei Montage und Handling gibt es aber einiges zu beachten

Dachboxen verringern den Urlaubsstress durch Extra-Stauraum auf dem Autodach. Karsten Graef vom TÜV-Süd: „Aber werden die technischen Gegebenheiten, die Vorschriften von Zuladung und Gesamtgewicht nicht beachtet, wird die Fahrt mit der Dachlast gefährlich.“ Was alles nach oben darf und vor allem mit welchem Gewicht, ist für viele Autofahrer ein Buch mit sieben Siegeln.

Graef: „Die maximal zulässige Dachlast für Pkw ist nicht in den Fahrzeugpapieren eingetragen.“ Sie findet sich vielmehr in der Bedienungsanleitung und beträgt je nach Fahrzeugtyp üblicherweise zwischen 30 und 100 Kilogramm. Doch zu dem Inhalt addieren sich noch das Gewicht der Box – etwa 20 Kilogramm – und des Querträgers mit ca. fünf Kilogramm. Und das alles darf die Dachlast des Fahrzeugs nicht überschreiten.

„Inzwischen üblich braucht man einen speziell auf den jeweiligen Fahrzeugtyp abgestimmten Grundträger, der nur an den dafür vorgesehenen Befestigungspunkten am Auto sicher montiert werden kann.“ Und der TÜV-Fachmann weiter: „Nicht zuletzt dienen die typspezifischen Konstruktionen dazu, Lack- und Blechschäden am Fahrzeug zu vermeiden.“

Der Auf- und Abbau einer Box ist erfahrungsgemäß keine Kleinigkeit und sollte von zwei Erwachsenen bewerkstelligt werden. Graef: „Kratzer vermeidet man, indem man die kritischen Stellen auf dem Dach z.B. mit Handtüchern abdeckt.“ Nach der Montage empfiehlt der TÜV-Süd-Experte, die Befestigung der Dachbox und der Ladung zudem nach einigen Kilometern noch einmal zu inspizieren.

Den richtigen Dachträger samt Befestigung für das eigene Auto zu finden, ist trotz aller Vorschriften meist unproblematisch. „Auf den Internetseiten der namhaften Hersteller kann man sich in aller Regel bis zum gewünschten Fahrzeugtyp durchklicken, um das passende System zu ermitteln“, weiß Graef und empfiehlt nachdrücklich: „Keine Träger und kein Zubehör ohne Kennzeichnung verwenden.“

Moderne Dachboxen werden gegenüber den Normen DIN 75302 oder ISO 11154 geprüft. „Die Beachtung dieser Normen enthebt den Autofahrer allerdings nicht seiner ganz persönlichen Verpflichtung (Paragraf 22 StVO), wonach die Ladung so zu verstauen und zu sichern ist, dass sie selbst bei einer Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen oder herabfallen kann.“ Deshalb sollte auch das Ladegut in der Box mit Spanngurten gesichert werden.

Ganz wichtig: Mit Dachbox, erstrecht mit entsprechender Beladung, fährt sich das Fahrzeug spürbar anders und legt ein deutlich verändertes Fahrverhalten an den Tag. Durch die größere Seitenfläche ist das Auto empfindlicher gegen Seitenwind. Besonders nach Waldstücken und auf Brücken ist erhöhte Vorsicht geboten. In vielen Ländern – etwa Frankreich – werden Parkplätze unter freiem Himmel mit Toren versehen, um Wohnmobilen den Eintritt zu verwehren. Diese Barrieren können auch für einen Pkw, vor allem für ein SUV mit Box ein unüberwindbares Hindernis bilden. Vorsicht heißt es zudem bei der Einfahrt in ein Parkhaus. Graef: „Vergessen Sie nie Ihre Ladung auf dem Dach, sonst kann das Einfahren in Tiefgaragen ausgesprochen teuer werden.“

Ebenfalls im Portemonnaie merkt man das höhere Gewicht und die veränderte Windsilhouette des Fahrzeugs. Graef: „Der Mehrverbrauch beträgt etwa ein Liter.“ Zudem sei es ratsam, die Richtgeschwindigkeit von Tempo 130 auf deutschen Autobahnen nicht zu überschreiten.

Quelle: TÜV-Süd, Foto: AdobeStock


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