Auto & Kosten

Software-Abos: Wenn Navi und Co. zur versteckten Kostenfalle werden

Das kostet! Was früher selbstverständlich kostenfrei dazugehörte, wollen inzwischen immer mehr Hersteller zu zusätzlichem Geld machen: die Rede ist von sogenannten digitalen Diensten, die Zunehmens nur noch als Abo erhältlich sind. Dazu zählen sogar so wichtige Features wie Navigation und Infotainment. Obendrein fehlt es bei etlichen Angeboten an der notwendigen Kosten-Transparaenz, warnt der ADAC eindringlich und fordert klare Regeln im Sinne des Verbraucherschutzes.

Infotainment-Monitor mit Navi in Mitte des Armaturenbretts

Vorsicht Abo-Falle. Immer öfter gibt’s Navi und Co. als Abomodell mit intransparenten Kosten und Laufzeiten

Infotainment-Monitor mit Navi in Mitte des Armaturenbretts

Vorsicht Abo-Falle. Immer öfter gibt’s Navi und Co. als Abomodell mit intransparenten Kosten und Laufzeiten

Wochenende. Draußen klirrende Kälte und unwirtliches Wetter, genau die richtige Zeit, es sich auf dem Sofa gemütlich zu machen, und z. B. nach dem neuen Wunschauto zu stöbern.

 

Doch Vorsicht, inzwischen sollte sich die Fahrzeugrecherche nicht mehr ausschließlich um Antrieb, PS, Optionen und Sonderausstattungen drehen, sondern auch ein sorgfältiges Augenmerk auf zusätzliche, leider oft sogar versteckte Kosten geworfen werden.

 

Denn moderne Mobilität hat immer öfter einen Haken: Digitale Dienste wie Remote-Zugriff auf Fahrzeugdaten, Navigation oder Infotainment-Systeme sind längst kein Gratis-Goodie mehr. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest der ADAC in seiner jüngsten Marktanalyse.

 

Die exklusive Untersuchung, die der ADAC gemeinsam mit der renommierten Fachzeitschrift c't durchgeführt hat, offenbart schonungslos, wie Autohersteller Kunden in teure Abo-Modelle locken.

 

Verbraucher tappen laut der Studie oft ahnungslos in die Falle, weil Informationen zu Kosten und Laufzeiten lückenhaft sind und jeder Hersteller seine eigene, undurchsichtige Strategie verfolgt. Das Ergebnis: Ein Vergleichschaos, das besonders Käufer junger Gebrauchtwagen in die Bredouille bringt.​

 

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen gemütlich zu Hause, ziehen Ihr Smartphone hervor und checken per App den Standort Ihres Autos oder schalten die Klimaanlage ein, bevor Sie losfahren. Klingt praktisch? Ist es auch – solange es gratis ist.

 

Und wie der ADAC jetzt aufzeigt: Viele Hersteller gewähren solche Remote-Funktionen zunächst kostenlos, doch die Kulanzzeit variiert erheblich. Skoda-Fahrer genießen drei Jahre lang alles umsonst, Audi- und Opel-Besitzer sogar satte zehn Jahre. Nio geht noch einen Schritt weiter und verspricht diese Services über die gesamte Fahrzeuglebensdauer hinweg ohne Extrakosten.

 

Doch wehe, die Gratisphase endet: Plötzlich müssen Sie für Features zahlen, die Sie längst als selbstverständlich erachten.​

 

Noch nachteiliger für Verbraucher wird es der Marktanalyse zufolge bei Navigation und Infotainment. Demnach schlagen die Autobauer dabei richtig zu. BMW locke mit drei kostenlosen Monaten, danach schlage monatlich eine Gebühr von 9,98 Euro zu Buche.

 

Mercedes-Benz sei dabei noch radikaler: Nach drei Jahren Gratiszeit würden bis zu 329 Euro pro Jahr anfallen – eine Summe, die sich über die Lebensdauer eines Autos schnell auf Tausende Euro summierte.

 

Renault-Kunden stünden vorerst ganz im Dunkeln: Preise nach 2027 seien noch nicht bekannt. Volvo plane laut ADAC gar, Fahrer erst kurz vor Ablauf der vierjährigen Testphase zu informieren.

 

Solche Praktiken machen es unmöglich, die wahren Kosten eines Fahrzeugs realistisch einzuschätzen, warnt der ADAC.​

 

Besonders heikel ist die Lage für Gebrauchtwagenkäufer. Viele Features könnten bereits kurz vor dem Ablauf der Gratiszeit stehen oder gar schon abgelaufen sein.

 

Der ADAC rät dringend: Vor dem Kauf den genauen Status der digitalen Dienste zu erfragen, schriftlich festhalten lassen, welche Funktionen dauerhaft inklusive sind, und generell zu prüfen, ob man sie wirklich braucht.

 

Warum nicht auf günstigere Apps von Drittanbietern setzen, die vergleichbare Leistungen bieten? Denn eines ist klar: Nicht jeder Remote-Check oder jede extragesteuerte Klimaanlage rechtfertigt monatliche Abogebühren.​

 

Der ADAC fordert grundlegende Änderungen. Hersteller müssen transparent kommunizieren: Wie lange läuft welche Funktion gratis, welche Kosten drohen langfristig? Abos sollten bei Eigentümerwechsel zudem übertragbar sein, um Wertverluste zu vermeiden.

 

Sicherheitsrelevante Features wie grundlegender Datenzugriff oder zuverlässige Navigation müssten über den gesamten Lebenszyklus kostenfrei bleiben. Zudem plädiert der Automobilclub für offene Schnittstellen, die Drittanbietern einen standardisierten, sicheren Zugriff auf Fahrzeugdaten ermöglichen. Nur so entstehe Fairness in einer Branche, die Fahrzeuge längst zu rollenden Abomaschinen umfunktioniere.​

 

Quelle und Foto: ADAC

 

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