Sonnenbrille: Dunkle Exemplare am Steuer verboten

Sonnenbrille ist nicht gleich Sonnenbrille. Eine Binse, die sich nicht nur am Preis ablesen lässt. Neben coolem Look und Sitz der Gläser kommt es vor allem auf den UV-Schutz an. Was viele Autofahrer aber gar nicht wissen, auch der Blendschutz ist wichtig. Denn: Die höchste Stufe davon, nämlich die Kategorie 4, ist am Steuer verboten. Darauf hat jetzt der TÜV-Rheinland hingewiesen.


Für Autofahrer gilt bei Sonnenbrillen: Finger weg von Tönungsstufen der Kategorie 4

Jetzt kommt endlich Licht ins Dunkel. Wenn alles weiterhin gutgeht, dürfen die Deutschen ab Ende Mai wieder ans Meer und in die Berge fahren. Spätestens im Hochsommer sollen Touristen auch beliebte Reiseziele in Italien, Frankreich und Spanien wieder besuchen dürfen. Zu den unverzichtbaren Utensilien dabei gehört die Sonnenbrille.

Bei der Wahl sollten Käufer besonders auf einen ausreichenden Schutz vor UV-Strahlen achten, empfiehlt der TÜV-Rheinland. Schließlich kann das energiereiche, ultraviolette Licht zu Gewebeschäden an Bindehaut, Hornhaut und Augenlinse führen. Je dunkler die Gläser, umso höher der Schutz sei jedoch ein Irrglaube. Denn UV-Schutz habe wenig mit der Tönung der Gläser zu tun, versichern die TÜV-Experten weiter. Deshalb sei ein guter UV-Blocker der wichtigste Aspekt.

Laut dem TÜV-Rheinland schützen gängig genormte Brillengläser vor UV-Strahlung und Wellenlängen von bis zu 380 Nanometer (nm). Am besten sei ein UV-Schutz von bis zu 400 nm geeignet, um Strahlungsschäden zu vermeiden. In Australien ist dieser Schutz sogar Pflicht. Die Stärke des UV-Schutzes, lässt sich normalerweise auf der Innenseite des Brillenbügels oder in der beiliegenden Benutzerinformation nachlesen.

Ein weiteres wichtiges Kriterium für eine gute Sonnenbrille sei zudem ein ausreichender Blendschutz, weil dieser das sichtbare Licht filtert. Der Tönungsgrad der Gläser lässt sich anhand der fünf Kategorien 0 bis 4 ablesen. Ein Punkt, den speziell auch Autofahrer beim Kauf unbedingt beachten sollten. Dem TÜV-Rheinland zufolge empfiehlt sich in mitteleuropäischen Gefilden die Kategorie 2. Gläser mit dieser Stärke absorbieren bis zu 82 Prozent des sichtbaren Lichts.

Für Regionen am Meer seien dagegen Schutzfilter der Kategorie 3 ratsamer, die bis zu 92 Prozent Licht absorbierten. Und nur wer in den Bergen lebe sollte zu Brillen der Kategorie 4 greifen (Absorption bis zu 97 Prozent). Und die TÜV-Rheinlandexperten weiter: „Autofahrer und Radfahrer entscheiden sich am besten für ein Modell der Kategorie 2 oder 3.“

Wer am Steuer sitzt für den gilt allerdings: Finger weg von Kategorie 4. Der Grund: Die höchste Tönungsstufe ist ungeeignet für Fahrzeugführer, weil damit die Signalfarben im Straßenverkehr nicht mehr erkennbar seien. Deshalb sind diese Brillen auch oft mit einem durchgestrichenen Autosymbol gekennzeichnet.

Quelle und Foto: TÜV-Rheinland