Auch wenn es in den nächsten Tagen vorerst wieder spürbar kühler werden soll, die nächste Hitzewelle kommt bestimmt. Die hohen Temperaturen nagen aber nicht nur an Mensch und Tier, sondern oftmals auch am Material.
Was extreme Hitze beispielsweise mit Straßen anrichten kann, offenbarte sich auf etlichen Autobahnen hierzulande.
In Brandenburg mussten Anfang Juli deshalb mehrere Autobahnabschnitte wegen Hitzeschäden gesperrt werden. Auch auf der A7 bei Hamburg sowie weiteren hochfrequentierten Verkehrsachsen wie der A1, A2, A6 oder A9 glühten die Fahrbahnen im Wortsinne und sorgten für erhebliche Probleme.
Die Ursache sind sogenannte Blow-ups, also Aufwölbungen oder Aufbrüche der Fahrbahndecke, die vor allem auf älteren Abschnitten auftreten, weil sich dort der Beton ausdehnt, sich Spannung aufbaut und sich die Fahrbahn dann nach oben entlädt oder aufreißt.
Blow-ups entstehen nicht bei jedem heißen Tag, sondern vor allem dann, wenn es rasch sehr warm wird und die Hitze über mehrere Tage anhält.
Asphalt ist davon zwar grundsätzlich nicht betroffen, kann bei großer Hitze aber ebenfalls weich werden und sich verformen.
Für Autofahrer ist das tückisch, weil solche Schäden plötzlich und an unvorhersehbaren Stellen auftreten können.
Schon wenige Zentimeter Aufwölbung reichen aus, um ein Fahrzeug aus der Spur zu bringen oder bei hoher Geschwindigkeit einen schweren Unfall auszulösen.
Vor allem Motorradfahrer sind besonders gefährdet, weil sie auf Unebenheiten deutlich empfindlicher reagieren.
Wer bei Hitze unterwegs ist, sollte nicht nur auf die eigene Geschwindigkeit achten, sondern auch auf den Zustand der Straße.
Auffällige Risse, Wellen, Aufbrüche oder frische Reparaturstellen sind Warnsignale, ebenso ungewöhnlich unruhiger Verkehrsfluss auf älteren Autobahnabschnitten. Gerade an Fugen, Nahtstellen und bereits sanierten Bereichen ist Vorsicht besonders wichtig.
Sinnvoll sind vor allem drei Dinge: langsamer fahren, Abstand vergrößern und Tempolimits strikt einhalten. Auf Strecken mit bekannten Hitzeschäden kann zusätzlich ein Tempolimit gelten, das man nicht als Empfehlung, sondern als Sicherheitsmaßnahme verstehen sollte.
Kommt man an eine verdächtige Stelle, gilt: nicht hektisch ausweichen, sondern kontrolliert reagieren und das Tempo sofort reduzieren.
Bei Motorrädern ist besonders wichtig, auf die Spurtreue zu achten und abrupte Lenkbewegungen zu vermeiden. Stehenbleiben auf der Fahrbahn ist keine gute Idee, weil dadurch schnell Folgeunfälle entstehen können.
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