Zwischen Schnäppchenjagd und Sicherheitsrisiko. Ersatzteile fürs Auto werden zunehmend online gekauft.
Eine aktuelle Befragung der Sachverständigenorganisation Dekra und dem Marktforschungsinstitut Ipsos unter 1.000 Fahrzeughaltern in Deutschland im Juni dieses Jahres zeigt: 42 Prozent von ihnen haben bereits Autoteile im Internet bestellt, weitere 11 Prozent planen dies.
Damit ist der Onlinehandel für mehr als die Hälfte der Befragten ein Teil des Ersatzteilmarktes geworden.
Der Studie zufolge ist der wichtigste Grund der Preis: 60 Prozent halten Kfz-Teile aus dem Internet für deutlich günstiger. Gleichzeitig vergleichen aber nur 40 Prozent nach eigener Aussage grundsätzlich die Preise.
Und: Demnach bleibt zudem große Skepsis, wenn es um die Qualität geht. Nur 36 Prozent der Befragten haben uneingeschränktes Vertrauen in online gekaufte Ersatzteile.
Dass Internetartikel qualitativ gleichwertig mit Teilen aus der Fachwerkstatt sind, meinen indes 39 Prozent.
Die Unsicherheit ist nachvollziehbar: Für Laien ist oft kaum zu erkennen, ob ein Angebot technisch geeignet, vollständig gekennzeichnet und für das konkrete Fahrzeug freigegeben ist.
Spätestens jetzt könnte der Kfz-Meisterbetrieb des Vertrauens mit entsprechender Expertise unterstützend ins Spiel kommen – quasi als Lotse im schier undurchdringlichen Ersatzteil-Dschungel.
Denn auch die aktuelle Dekra-Untersuchung unterstreicht: Entscheidend sei nicht, ob ein Ersatzteil online oder in einer Fachwerkstatt gekauft werde, sondern woher es stamme und wer seine Eignung prüfe.
Auch der ADAC warnt vor unbekannten Anbietern und besonders auffällig niedrigen Preisen.
Schließlich seien Bezeichnungen wie „Original-Ersatzteilqualität“ oder „Identteil“ für sich genommen kein neutraler Qualitätsnachweis.
Namhafte Hersteller, nachvollziehbare Händlerangaben, eine eindeutige Zuordnung über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer und eine verlässliche Rückgabe- beziehungsweise Gewährleistungsregelung gelten dagegen als wichtige Mindestkriterien.
Besondere Vorsicht gelte bei Bremsen, Lenkung, Fahrwerk, Reifen, Airbags und sicherheitsrelevanter Elektronik.
Bei solchen Komponenten könne ein falsches oder mangelhaftes Teil nicht nur Folgekosten verursachen, sondern die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Deshalb empfehlen die Dekra-Experten gerade bei sicherheitsrelevanten Bauteilen kein unnötiges Risiko einzugehen.
Dennoch lautet eine häufige Kombination: Der Kunde bestellt selbst, die Werkstatt baut ein. Das kann funktionieren, ist aber keineswegs selbstverständlich. Denn eine Fachwerkstatt muss mitgebrachte Teile nicht zwangsläufig akzeptieren.
Für Autofahrer heißt das: Onlinepreise können sinnvoll sein, sollten allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Wer ein Teil selbst beschafft, sollte vor der Bestellung mit dem Kfz-Meisterbetrieb des Vertrauens klären, ob er das betreffende Ersatzteil akzeptiert, welche Angaben benötigt werden und wer im Problemfall haftet.
Gerade deshalb ist es oftmals wirtschaftlicher und sicherer, die betreffende Fachwerkstatt auch mit der Beschaffung zu beauftragen. Denn genau darin liegt einer ihrer Mehrwerte im Internetzeitalter – sie prüft, ob ein vermeintlich günstiges Ersatzteil aus dem Netz auch tatsächlich hält, was es verspricht.
Darüber hinaus berät ein Kfz-Meisterbetrieb, weist u. a. auf mögliche sicherheitskritische Komponenten im Vergleich zum Originalartikel hin und übernimmt den fachgerechten Einbau samt Dokumentation.
Quelle: Dekra, Foto: Coparts






