Mehr blechen, weniger zahlen – oder bleibt alles beim Alten? Die neuen Kfz-Typklassen für 2027 bringen Bewegung in die Haftpflicht-Einstufung von mehr als zwölf Millionen Autofahrern.
Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rutschen rund 7,4 Millionen in eine höhere Typklasse, rund 5,1 Millionen in eine niedrigere. Für knapp 30 Millionen – 71 Prozent – ändert sich hingegen nichts.
Die Typklasse beruht auf der Schadenbilanz eines Automodells: Wie häufig entstehen Schäden, und wie teuer sind sie?
In der Haftpflicht zählen die Leistungen für Schäden bei Fremdfahrzeugen. In Teil- und Vollkasko geht es um Schäden am eigenen Auto – etwa durch Diebstahl, Glasbruch, Wildunfälle oder Unwetter – die Vollkasko berücksichtigt außerdem selbstverschuldete Unfälle.
Für die Kasko-Einstufung spielen darüber hinaus auch Reparaturkosten und Fahrzeugwert eine Rolle.
Deshalb finden sich viele Kleinwagen in niedrigeren, teure Geländewagen, Sport- und Oberklassemodelle häufiger in höheren Typklassen. Das ist jedoch keine feste Regel für jedes einzelne Modell.
Grundlage der neuen GDV-Statistik sind die Schadenbilanzen der Jahre 2023 bis 2025. Sie umfasst rund 33.000 Automodelle.
Die Einstufungen sind für Versicherer indes unverbindlich. Sie können die neuen Werte bei Neuverträgen sofort, bei bestehenden Verträgen ab der nächsten Hauptfälligkeit berücksichtigen.
Wichtig für den Geldbeutel: Eine niedrigere Typklasse garantiert nicht automatisch einen sinkenden Versicherungsbeitrag – und eine höhere bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Prämie steigt.
Denn auch Faktoren wie Regionalklasse und jährliche Fahrleistung fließen laut GDV in die Berechnung ein.
Quelle: GDV, Foto: AdobeStock






