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Notbremsassistent: ADAC-Studie deckt gefährliche Sicherheitslücke auf

Sie sollen die Fahrzeugführer unterstützen, vor allem aber auch Unfälle verhindern: moderne Fahrassistenzsysteme. Zu den wichtigsten elektronischen Helfern zählt der Notbremsassistent. Jetzt offenbart eine ADAC-Studie eine gefährliche Sicherheitslücke. Das Fatale: Die Systeme versagen insbesondere bei reflektierender Arbeits- und Kinderbekleidung.

Zwei Dummys in geleber Warnkleider an einem Unfall-Mercedes

Ausgerechnet Systeme wie der Notbremsassistent versagen laut aktueller ADAC-Studie insbesondere bei reflektierender Arbeits- und Kinderbekleidung.

Zwei Dummys in geleber Warnkleider an einem Unfall-Mercedes

Ausgerechnet Systeme wie der Notbremsassistent versagen laut aktueller ADAC-Studie insbesondere bei reflektierender Arbeits- und Kinderbekleidung.

Auffallen, um aufzufallen – noch treffender, um rechtzeitig wahrgenommen zu werden. Deshalb tragen viele Menschen in der dunklen Jahreszeit im Straßenverkehr eine Warnweste, um von Autofahrern besser erkannt zu werden.

Der ADAC hat jetzt in einer Studie mit sechs Fahrzeugen überprüft, wie gut Notbremsassistenten Fußgänger mit Warnwesten oder reflektierender Kleidung erkennen können.

Diese Funktion ist zwar nicht gesetzlich oder im Rahmen von anerkannten Prüfprotokollen (z.B. Euro NCAP) vorgeschrieben – dennoch handelt es sich aus Sicht des ADAC um ein relevantes Szenario im Straßenverkehr.

Fatal: Die Ergebnisse zeigen überraschende Sicherheitslücken bei den Systemen aller beteiligten Hersteller auf.

Für die Tests wurde zunächst überprüft, wie sich die Systeme bei einem Fußgänger- und einem Kinderdummy ohne Warnbekleidung bei Dunkelheit verhalten.

In der Studie wurden für jedes Auto verschiedene Geschwindigkeiten untersucht – je Szenario wurde dann die höchstmögliche Geschwindigkeit, bei der ein Unfall noch vermieden werden konnte, als Basis verwendet.

Die gute Nachricht: Im Test mit einem erwachsenen Dummy, bekleidet mit einer handelsüblichen Warnweste, erkannten alle Fahrzeuge das Szenario und konnten eine Kollision vermeiden.

Ganz anders fielen allerdings die Ergebnisse bei genormter Arbeitsbekleidung aus, wie sie etwa bei Bauarbeitern, Rettungsdiensten, der Polizei oder der Straßenwacht zum Einsatz kommt.

Erschreckend: Fast alle Fahrzeuge erkannten den Fußgänger nicht oder viel zu spät und konnten nicht mehr abbremsen. Ebenso verhängnisvoll: Alle Autos erkannten zwar ein Kind mit dunkler Kleidung, bei einem Kind mit reflektierender Kleidung und Schulranzen versagte jedoch nahezu jedes System.

Der ADAC wertet die Ergebnisse als erhebliche Sicherheitslücke und fordert die Hersteller zu schnellen Nachbesserungen auf. Da die Problematik offenbar weniger an der Hardware als an der Klassifizierung der Verkehrsteilnehmer liegt, dürfte sie sich in vielen Fällen per Softwareupdate beheben lassen.

Dass eine Erkennung grundsätzlich möglich ist, zeigt der Mercedes CLA: Er war als einziges Fahrzeug in der Lage, ein Kind mit reflektierender Kleidung, das hinter einem parkenden Auto auf die Straße lief, zu erkennen.

Für Autofahrer bedeuten die Ergebnisse, dass Assistenzsysteme zwar eine Unterstützung darstellen, aber noch nicht in der Lage dazu sind, Fahraufgaben eigenständig und völlig fehlerfrei zu übernehmen.

Die Studienergebnisse lassen zudem den Rückschluss zu, dass diese Fahrzeuge bei Dunkelheit nicht in der Lage dazu sind, beispielsweise eine Rettungskraft auf der Straße zu erkennen.

Da immer der Fahrer die Verantwortung trägt, sollte dieser nie den Blick von der Straße wenden und im Zweifelsfall die Steuerung übernehmen.

Gleichzeitig sollten Fußgänger oder Kinder in der dunklen Jahreszeit trotzdem nicht auf gut sichtbare Warnkleidung verzichten.

Sie trägt erheblich zur Sichtbarkeit bei, weshalb der Sicherheitsgewinn deutlich größer ist als das Risiko für einen Unfall, der auf einen nicht oder zu spät reagierenden Notbremsassistenten zurückzuführen ist.

Quelle und Foto: ADAC

 

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