Es sind oft nur wenige Grad, die über Sicherheit oder Risiko entscheiden: Sinkt das Thermometer dauerhaft unter sieben Grad Celsius, verliert das Sommergummi rapide an Haftung.
Folge: Der Bremsweg verlängert sich, die Kurvenstabilität sinkt – exakt der Moment in dem für Autofahrer die kritische Phase beginnt.
Was viele als lästige Pflicht empfinden, ist in Wahrheit einer der wichtigsten Sicherheitsfaktoren im Straßenverkehr überhaupt.
Denn: Die situative Winterreifenpflicht verlangt bei Schnee, Eis oder Glätte den Einsatz geeigneter Reifen.
Ein ebenfalls wichtiger Faktor dabei ist die Profiltiefe der Pneus. Sie darf 1,6 Millimeter nicht unterschreiten. Darauf hat jetzt wieder der ADAC hingewiesen.
Wer dagegen verstößt, riskiert nicht nur ein Bußgeld, sondern im Ernstfall auch seinen Versicherungsschutz.
Und was ist mit der Verkehrssicherheit? Der ADAC hat diese Frage in einer Studie untersucht.
Fünf ausgewählte Winterreifen unterschiedlicher Hersteller und Preisklassen wurden mit Hilfe einer speziellen Maschine auf zwei und vier Millimeter Restprofil abgetragen.
Im Anschluss mussten sie Handling- und Bremsversuche auf nasser und schneebedeckter Fahrbahn absolvieren.
Im Ergebnis zeigt sich ein recht einheitliches Bild: Bis vier Millimeter Restprofil verlieren die Reifen in vielen Kategorien laut dem ADAC naturgemäß an Leistung, allerdings sei dieser Verlust aus technischer Sicht noch vertretbar.
Zwischen vier und zwei Millimetern werde der Leistungseinbruch indes erheblich stärker und der Reifen könne sich schnell zu einem Sicherheitsrisiko entwickeln. Insbesondere Aquaplaning wird nach ADAC-Angaben bei abnehmender Profiltiefe zum Problem.
In der Kategorie „Aquaplaning längs“ lag der durchschnittliche Verlust in der Bewertung dem ADAC zufolge zwischen Neuzustand und vier Millimetern Profil bei minus zwölf Prozent.
Bei den Reifen mit zwei Millimeter Restprofiltiefe brach dagegen die Leistung im Schnitt um 22 Prozent ein.
Beim quer verlaufenden Aquaplaning, wie es zum Beispiel in Kurven zu finden ist, liegt der Verlust laut ADAC sogar bei 25 Prozent im Mittel.
In der Praxis bedeutet das: Die Reifen mit zwei Millimeter Profil würden bereits bei deutlich geringeren Geschwindigkeiten aufschwimmen und der Fahrer könnte dabei die Kontrolle verlieren.
Auch beim Bremsen auf Schnee lag der Bewertungsverlust im ADAC-Test zwischen Neuzustand und zwei Millimetern Profil bei minus 20 Prozent.
Diese Entwicklungen ließen sich über nahezu alle Kategorien des Reifentest beobachten, heißt es weiter. Der ADAC empfiehlt daher allen Autofahrern, dass ein Winterreifen bei einem Restprofil von vier Millimetern ausgetauscht werden sollte.
Denn ein zunächst gut bewerteter Reifen könne kurz vor Erreichen der gesetzlichen Mindestprofiltiefe plötzlich so stark einbrechen, dass er als Sicherheitsrisiko einzustufen sei.
Zudem gilt: Auch ein Premiumreifen ersetzt eine fehlende Profiltiefe nicht. Im Zweifel auch den Rat, die Empfehlung der Fachwerkstatt des Vertrauens einholen.
Quelle und Foto: ADAC







